Wien - Mit einem groß angelegten Klimaschutz-Programm will der Handelskonzern Spar einerseits seinen ökologischen Fußabdruck verringern. Andererseits soll der klimabewusste Kunde künftig immer mehr Angebote im Sortiment vorfinden, die er mit gutem Gewissen kaufen kann:

Insbesondere bei Fisch soll sich viel tun, kündigte Gerhard Drexel, Vorstandsvorsitzender der Spar Österreich, an. Weil die Meere zunehmend überfischt sind, gleichzeitig aber Fische eine besonders gesunde, stark nachgefragte Nahrung darstellen, soll an der bereits bestehenden Fischeinkaufspolitik gefeilt werden. Zusammen mit der Umweltorganisation WWF wird das bestehende Sortiment bei Fischen analysiert und stark überfischte Meerestiere ausgelistet werden. Stattdessen soll der Verkauf von nachhaltig gefangenen Fischen, also Tieren, die mit nicht zu engen Netzen gefangen wurden, forciert werden. Auch der Verkauf von Bio-Zuchtfisch aus Süß- und Salzwasser wird verstärkt.

Stützen will man sich dabei auf das Gütesiegel MSC (Marine Stewardship Council), das 1997 vom WWF gemeinsam mit dem Lebensmittelkonzern Unilever ins Leben gerufen wurde. MSC zeichnet nachhaltige Fischereibetriebe aus, die darauf achten, dass die befischten Bestände auf einem gesunden Niveau sind oder sich von einer Übernutzung in der Vergangenheit erholen. Die Fangmethoden müssen nachhaltig sein. Zum Beispiel darf nicht für ein Kilo Scholle 15 Kilo Beifang (Meeresschildkröten, Delfine, Haie) anfallen, "der tot oder sterbend wieder ins Meer zurück geworfen wird", wie Drexel ausführt. Auch Grundschleppnetze, die den Meeresboden zerpflügen und zerstören, sind beim blauen MSC-Siegel nicht erlaubt.

Fischkonserven

Bereits jetzt sind rund die Hälfte der Fischkonserven, die verkauft werden, mit dem MSC-Logo gekennzeichnet. Ziel ist eine 100-prozentige Quote. Sukzessive sollen auch immer mehr gefrorene und frische Fische mit dem Gütesiegel gekennzeichnet werden.

Gleichzeitig will der Handelskonzern, der laut Drexel mit 35.000 Mitarbeitern größter privater Arbeitgeber Österreichs ist, den Energiebedarf und damit den betrieblichen Treibhausgasausstoß reduzieren. Ziel ist, die Spar-CO2-Emission in den nächsten drei Jahren um 15 Prozent zurück zu fahren, wobei derzeit erst der aktuelle Stand an Emissionen eruiert wird.

Zu erreichen wird dies durch Umstellung auf stromsparende LED-Beleuchtung bei allen Neubauten oder Renovierungen von Supermärkten. Weniger Energie soll auch durch neuartige Eisschränke benötigt werden, ebenso wie durch klimafreundliche (=biologische) Verpackung von Lebensmitteln. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.7.2011)