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Dürre am Parkett: Die Börsen in Europa weiten im Verlauf die Verluste merkbar aus.

Foto: AP/Patrick Pleul

Wien - Schwarzer Donnerstag an den Börsen in Europa und in den USA: Der ATX der Wiener Börse fiel wie der deutsche DAX bis Börsenschluss um 5,8 Prozent , die Kurse in New York, London, Paris, Mailand und Madrid rutschten ebenfalls tief.

Auslöser für die Kursrutsche war womöglich eine zu große Verkaufsorder, ein sogenannter "Fat Finger" - ein Tippfehler eines Händlers. Dazu kamen düstere Prognosen für die Weltwirtschaft. Der Kursrutsch an der Frankfurter Börse war der größte seit dem 1. Dezember 2008, als der Dax um 5,88 Prozent nach unten gerauscht war.

Wie in Frankfurt schlossen auch die Börsen in London, Paris, Mailand und Madrid tief im Minus: Die Kurse sackten in London um 4,49 Prozent, in Madrid um 4,70 Prozent, in Paris um 5,48 Prozent und in Mailand um 6,15 Prozent ab. An der Wall Street in New York verlor der Dow Jones zu Handelsbeginn 4,12 Prozent, der Nasdaq 4,89 Prozent.

Bankenwerte hart getroffen

Hart getroffen hat es wieder einmal die Banken. Besonders die Aktie der französischen Großbank Société Générale verlor dramatisch an Wert. Der Kurs der Aktie stürzte in Paris um mehr als zwölf Prozent ab. Schon am Mittwoch vergangener Woche war der Aktienkurs der französischen Banken, die besonders viele griechische Staatsanleihen besitzen, plötzlich in den Keller gegangen. Die Société Générale verlor nach Gerüchten über einen möglichen Bankrott des Geldinstituts zeitweise mehr als 20 Prozent.  Am vergangenen Freitag verbot die französische Regierung daraufhin zur Beruhigung der Märkte ungedeckte Leerverkäufe der Aktien von elf Banken und Versicherungen.

Bei Leerverkäufen wetten Spekulanten auf fallende Kurse. Die Geschäfte stehen im Verdacht, die Nervosität der Finanzmärkte zusätzlich zu verstärken. Belgien, Spanien und Italien verhängten ähnliche Verbote. Auch diese Restriktionen hätten möglicherweise zu verstärkten Verkäufen etwa von Termingeschäften auf den Dax (Dax Futures) geführt, sagte Christian Schmidt, Analyst der Helaba.

Schlechte Nachrichten aus den USA

Auslöser für einen ersten Rutsch könnte ein sogenannter "Fat Finger" gewesen sein - der Tippfehler eines Händlers auf der Tastatur. Dies vermutete auch Markus Huber von ETX Capital. Dazu kamen schlechte Nachrichten aus den USA. Die Investmentbank Morgan Stanley teilte mit, Europa und die USA bewegten sich gefährlich nah am Rande der Rezession.

Die zögerliche Reaktion der europäischen Politiker auf die Schuldenkrise und der Streit in den USA um die ausufernde Staatsverschuldung hätten das Vertrauen von Unternehmen und Konsumenten untergraben. Die Bank korrigierte ihre Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft für 2011 und 2012 nach unten.

Gold glänzt, Ölpreise sacken ab

Angesichts der Unsicherheiten stieg der Goldpreis weiter. Der Preis für eine Feinunze erreichte in London 1825 Dollar und damit so viel wie noch nie. Das Edelmetall befindet sich seit Monaten auf einem Höhenflug. Gold gilt als krisenfeste Anlage, da das Edelmetall von einer Geldentwertung nicht betroffen ist.

Die Ölpreise sind hingegen am Donnerstag eingebrochen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Oktober-Lieferung kostete zuletzt 107,48 US-Dollar. Das waren 3,12 Dollar weniger als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) sackte um 4,29 auf 83,44 Dollar ab. (Reuters/red)