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Künftig wird es keine HP-Smartphones mehr geben

Foto: (c) AP

Wie eine Bombe schlug die Nachricht von HP ein, dass der Konzern webOS - Geräte-Produktion einstampfen wird. WebOS selbst wird zwar weiter entwickelt und lizensiert werden, allerdings wird HP keine eigenen Endgeräte mehr herstellen. Wie thisismynext.com berichtet, betonte der Vizepräsident der webOS-Entwickler, Stephen DeWitt, dass man das Betriebssystem nicht aufgeben wird. In den nächsten zwei Wochen sollen die Pläne für die Zukunft des webOS präsentiert werden.

"Brauchen Angestellte die gewinnen wollen"

Probleme bei der Lizensierung könnten aus dem Umstand entstehen, dass webOS bisher nur mit Qualcomm CPUs läuft und sich Lizenznehmer die Unterstützung für mehrere Chipsätze wünschen. Dewitt erklärte, dass es auf Grund des Endes für HP-Geräte Kündigungen geben wird. Seinen Mitarbeitern sagte er, dass das Unternehmen jetzt Angestellte braucht, die gewinnen wollen.

Schlechte Hardware

Ein Problem von HP ist auch, dass das derzeitige Geschäftsmodel von webOS nicht mit der Hardware zusammenpasst. DeWitt und HP Vizepräsident Todd Bradley sind sich klar darüber, dass HP aufhören muss, mit nicht konkurrenzfähigen Produkten auf den Markt drängen zu wollen.

Finanzielle Gründe

Darum wird man wohl aufhören eigene Produkte zu bauen und stattdessen als Softwarelieferant Lizenzen für webOS verkaufen. Ein weiterer Grund für das Einstampfen der webOS-Geräte ist das Geld. Das TouchPad und die webOS-Smartphones verkauften sich zu schlecht und konnten das wirtschaftliche Ziel von HP nicht erreichen. Außerdem hat man es nicht geschafft, webOS als Nummer zwei am Tablet-Markt zu positionieren. Die Finanzchefin von HP, Cathie Lesjak, sagte gegenüber thisismynext.com, dass wenn man mit webOS wie bisher weiter gemacht hätte, der finanzielle Verlust im vierten Quartal noch höher ausgefallen wäre.

Lesjak erklärte:

Um webOS rentabel zu machen, hätte wir die nächsten ein bis zwei Jahre viel investieren müssen, das Risiko war uns zu hoch. Darum haben wir entschieden, unseren Einsatz rund um webOS-Geräte zu beenden und wir werden alternative Strategien entwickeln, um den Wert der Software-Plattform und die Entwicklungskapazitäten zu optimieren."

Keynote auf Linux-Koferenz am Vormittag

Besonders bitter war die Ankündigung vom Ende der HP-eigenen webOS-Geräte für Phil Robb, Chef des Open Source Programms bei HP. Dieser hielt auf der Linux-Konferenz eine Keynote über webOS ab, in dieser betonte er das webOS ein Linux-Derivat ist und dass das Betriebssystem GPLv3 lizensierte Komponenten beinhaltet. Er erzählte auch, dass es für Linux-Programmierer viel angenehmer ist bei HP zu arbeiten, als es bei Palm der Fall war.

Ende von webOS-Geräten am Nachmittag

Die Keynote war am Vormittag, am Nachmittag erklärte HP das Ende der webOS-Geräte. Es wirkt, als ob der Zeitpunkt der Bekanntgabe nicht lange im Vorhinein geplant war. Schließlich sollte das HP-Smartphone Pre3 Ende August erscheinen, ob es jetzt noch auf den Markt kommt, ist fraglich. Auch das TouchPad von HP ist noch keine zwei Monate am Markt und wird schon aufgegeben. Es wird sich zeigen, wie lange HP an webOS selbst festhält. (soc)