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iPad 2 versus Samsung Galaxy Tab 10.1.

Foto: EPA

Im Fall Apple gegen Samsung werden weitere Details bekannt. Der iPhone-Hersteller zielt auf einen EU-weiten Bann von Import und Verkauf praktisch aller Galaxy-Geräte ab. Das Gerichtsverfahren ist von großer Bedeutung, denn eine einstweilige Verfügung des Bezirksgerichts Den Haag könnte Samsungs Smartphones und Tablets vor dem Europa-Eintritt stoppen.

Konkurrenz

In den letzten Jahren hat sich der südkoreanische Hersteller zu einem großen Apple-Konkurrenten gemausert und erfolgreich seine eigenen Versionen von Smartphones und Tablets auf den Markt gebracht. Auch wenn Imitation als die ehrlichste Form von Kompliment gilt, sah Apple bei Samsungs Designs einige Grenzen von Imitation zu blanker Kopie überschritten. Die Folge war ein US-Gerichtsstreit um Patente, Markenrechte und Warenzeichenverletzung.

Verhandlungen in neun Ländern weltweit

Insgesamt ziehen derzeit Apple und Samsung an elf Gerichten in neun Ländern weltweit gegeneinander in die Schlacht. Darunter Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, die Niederlande, Japan, Südkorea und Australien. Dann kamen die einstweiligen Verfügungen für einen Vertriebsstopp in der gesamten Europäischen Union – bis auf die Niederlande. Zudem wurde kürzlich der Vorwurf laut, Apple hätte an den Bildbeweisen zwischen iPad 2 und Galaxy Tab 10.1 herumgedoktert, bis das Samsung-Tablet mehr Ähnlichkeit mit dem iPad hatte, als es in Wirklichkeit tut. Die nächste Anhörung ist für den 25. August anberaumt.

"Game over für Samsung"

Apple verlangt jedenfalls eine EU-weites Verbot für Produktion, Import, Auslieferung und Verkauf zahlreicher Android-basierter Samsung-Geräte. Im Speziellen nannte Apple das Galaxy Ace, Galaxy S, Galaxy S II, Galaxy Tab 7 und das Galaxy Tab 10.1, wobei einige Fußnoten im Vorwurf auch das Nexus S erwähnen. Im Zeitraum von 14 Tagen, so Apples Forderung, soll Samsung alle betroffenen Produkte von den Vertragshändlern zurückziehen, sofern die einstweilige Verfügung erwirkt wird. "Das ist eine enorm große Gefahr für Samsung, weil praktisch der gesamte europäische Versorgungskette gekappt wäre", sagt Canalys Analyst Alastair Edwards gegenüber IDG: "Das könnte auch beinahe 'game over' für Samsung bedeuten." Der zuständige Richter am niederländischen Gericht erklärte, man müsse Apples Antrag intensiv prüfen. Ein Entschluss sei am 15. September zu erwarten. (ez, derStandard.at, 19. August 2011)