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Werbeflächen für Sexarbeiterinnen in Bangkok.

Foto: Reuters/ADREES LATIF

Bangkok - Die Vereinten Nationen (UN) haben von Thailand ein stärkeres Vorgehen gegen Menschenhandel gefordert, um die weit verbreitete Prostitution und Zwangsarbeit einzudämmen. Der politische und juristische Rahmen zu Menschenhandel und die Anwendung geltender Gesetze seien "schwach und bruchstückhaft", sagte die UN-Sonderberichterstatterin zu Menschenhandel, Joy Ngozi Ezeilo, am Freitag in Bangkok nach einem elftägigen Besuch in dem südostasiatischen Land. Dies ermögliche die Ausbeutung von Menschen als Prostituierte und unterbezahlte Arbeitskräfte oder gar ZwangsarbeiterInnen.

Es gebe zwar einige Fortschritte, sagte Ezeilo, aber die Behörden gingen nur in seltenen Fällen gegen Menschenhändler vor, was zu einer Kultur der Straflosigkeit führe. Betroffen vom Menschenhandel seien vor allem Einwanderer aus Nachbarstaaten wie Birma, Laos und Kambodscha. Sie kritisierte in diesem Zusammenhang "zutiefst verwurzelte" Korruption in den unteren Hierarchie-Ebenen der Polizei sowie bei BeamtInnen von Provinzregierungen und Kommunen. "Die Regierung sollte null Toleranz gegenüber Korruption fördern und gegenüber Komplizenschaft von öffentlichen Vertretern mit den Händlern", verlangte Ezeilo.

"Weit verbreitete" sexuelle Ausbeutung

Denn dadurch ermöglichte sexuelle Ausbeutung sei in Thailand "weit verbreitet", sagte die UN-Sonderberichterstatterin. Sie werde zudem durch Sex-Tourismus gefördert und führe insbesondere auch zur Kinderprostitution. Zwangsarbeit steige unterdessen auch in der Landwirtschaft und im Bauwesen und sei in der Fischerei geradezu "notorisch". Ezeilo forderte die thailändische Regierung deshalb auf, das Einwanderungsrecht zu ändern und Zuwanderern rechtlich sichere Arbeitsgenehmigungen zu geben. Nach Angaben des US-Außenministerium sind in Thailand zehntausende Einwanderer aus Nachbarstaaten Opfer von moderner Sklaverei. (APA)