Bodenbildung oder weiterer Abwärtstrend? Das wilde Auf und Ab an den Börsen setzt sich fort. Der ATX hielt sich mit -1,3% im Wochenvergleich recht ansprechend und blieb zumindest deutlich über den Tiefpunkten aus der 1. Augusthälfte. Die große Preisfrage aktuell ist natürlich, ob dies schon die Bodenbildungsphase ist oder ob der Abwärtstrend noch weiter gehen wird?

Man sieht klar, dass der ATX nur im Lehman-Krisenjahr unter dem Buchwert geschlossen hat. Aktuell ist dies wieder der Fall. Der ATX notiert einige Prozentpunkte unter dem erwarteten Buchwert 2011 bzw. fast punktgenau am Buchwert 2010. Damit sind zwei Dinge klar: 1. Langfristig sind das schon recht günstige Werte. 2. Kurzfristig kann es aber auch noch weiter nach unten gehen, sogar deutlich. Dies ist die relativ einfache Zusammenfassung. Die Charttechnik bestätigt dieses Bild.

Zumindest trennte sich in dieser Woche die Spreu vom Weizen und es gab mit STRABAG (+9,8%), Zumtobel (+8,0%) zwei recht deutliche Gewinner. Auch EVN, Wienerberger und einige weitere Werte konnten zulegen. Die Verliererliste wird wieder einmal von den drei ATX-Finanzwerten angeführt (RBI, Erste und VIG: alle zw. -4 und - 5%). Aufgrund des sich eintrübenden wirtschaftlichen Ausblicks müssen wir auch unsere Kursziele nach und nach anpassen - diese Woche passiert bei Mayr-Melnhof (von EUR 90 auf 82), SBO (von EUR 71,4 auf 58,1) und OMV (von EUR 40 auf 34). Dieser Trend wird sich die nächsten Tage und Wochen fortsetzen, wenn wir den eingetrübten wirtschaftlichen Ausblick in die Kursziele einarbeiten. Dennoch soll man nicht den Kopf in den Sand stecken - viele Werte bieten auch nach diesen Revisionen ausreichend Aufwärtspotenzial auf Sicht von 12 Monaten.

In der nächsten Woche setzt sich die Q2-Berichtssaison in Wien noch fort. Interessant werden sicherlich die Zahlen von Raiffeisen Bank Int., CA Immo, Lenzing, Flughafen Wien und Kapsch (Q1). Letztlich werden aber die wirtschaftlichen Daten spielentscheidend sein, sprich kommt eine Rezession oder nicht.