London - Beim Absturz eines Jets der britischen Royal Air Force in der Nähe von Bournemouth ist der Pilot ums Leben gekommen. Das sagte ein Polizeisprecher am Samstag. Der Pilot sei aus dem Flugzeug geschleudert worden und auf der Stelle tot gewesen. Zur Ursache oder zum näheren Hergang des Unglücks konnte der Polizeisprecher zunächst keine Angaben machen.

Das Flugzeug der Kunstflug-Staffel Red Arrows war bei einer Flugshow in Bournemouth abgestürzt. Die anderen acht Jets der Staffel kehrten zum Ausgangspunkt zurück. Zuschauer wurden bei dem Unfall nicht verletzt.

Bournemouth ist eines der beliebtesten Seebäder an der englischen Südküste. Zahlreiche Touristen, auch aus Deutschland, verbringen dort die Sommerferien. Nach Augenzeugenberichten stürzte das Flugzeug auf ein Feld in der Nähe des Flusses Stour, etwa eineinhalb Kilometer vom Flughafen Bournemouth entfernt.

Die BBC veröffentlichte auf ihrer Internetseite ein Amateurvideo. Es zeigt, wie sich die neun Flugzeuge der Staffel nach der Show trennen. Eines verliert am Horizont an Höhe und schlägt auf den Boden auf. Die Staffel war bereits 1965 gegründet worden und zeigte nach eigenen Angaben Kunstflugakrobatik in 53 Ländern der Welt. Bei den Piloten handelt es sich um Kampfjet-Piloten, in der Regel mit Erfahrungen in Kriseneinsätzen, etwa in Afghanistan oder im Irak.

Ein Augenzeuge sagte, das Flugzeug sei mehrmals auf einem Acker aufgeschlagen und schließlich mit dem Bug in einem Fluss stecken geblieben. Hubschrauber suchten nach Überlebenden. "Passanten sprangen ins Wasser und suchten nach dem Cockpit", sagte der Augenzeuge.

Der internationale Flughafen in Bournemouth wurde vorübergehend geschlossen, arbeitete aber wenig später wieder im Normalbetrieb. Fluggäste wurden gebeten, normal einzuchecken. Sowohl das Verteidigungsministerium als auch die Polizei haben Untersuchungen eingeleitet.  (APA)