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Nur die Schulter konnte den "Djoker" stoppen.

Foto: REUTERS/John Sommers

Cincinnati - Der schottische Tennisprofi Andy Murray hat das ATP-Masters in Cincinnati gewonnen. Der Weltranglistenvierte profitierte im Finale von der verletzungsbedingten Aufgabe des Weltranglistenersten Novak Djokovic. Der Serbe warf beim Stand von 4:6, 0:3 wegen Problem in der rechten Schulter das Handtuch.

Djokovic, der die Australian Open und Wimbledon gewann und in seinem 59. Match des Jahres erst die zweite Niederlage hinnehmen musste, verpasste damit den 10. Toursieg der Saison. Für Murray, der für den Sieg rund 500.000 Dollar (etwa 350.000 Euro) kassierte, war es der zweite Saison-Triumph auf der ATP-Tour nach dem Erfolg im Queen's Club von London Anfang Juni.

Murray, zum zweiten Mal nach 2008 in Cincinnati erfolgreich, konnte sich über den abrupten Triumph nicht so recht freuen. "Auf diese Art und Weise wollte ich hier eigentlich nicht gewinnen", erklärte der 24-Jährige und sagte in Hinblick auf die in einer Woche beginnenden US Open: "Ich würde ihn lieber in drei Wochen schlagen." 

Schulter wird US-Open nicht verhindern

"Ich hätte schon noch ein paar Games weiterspielen können, aber es hätte nichts gebracht. Ich konnte nicht schneller als mit 160 Stundenkilometern servieren, und so kann ich Murray nicht bezwingen", begründete Djokovic seine Aufgabe. Das Problem in der rechten Schulter des Schlagarms ist für ihn nicht mehr neu. "Die Schulter macht mir schon zehn Tage Probleme, aber jetzt wurde es zu viel", verriet der Serbe, der aber seine Führung in der Weltrangliste weiter ausgebaut hat.

In den kommenden Tagen wird der Wimbledon-Sieger den einen oder anderen Arztbesuch vor sich haben, die Zuversicht kommt mit. "Das Gute ist, es sind noch acht Tage bis zum Start der US Open. Ich denke, das reicht, um bereit zu sein", sagte Djokovic, der durch seine erst zweite Niederlage der Saison seinen zehnten Turniersieg verpasste, aber mit der Aufgabe gegen den Weltranglisten-Vierten Murray eines klar machte: Nach zwei Finalniederlagen bei den US Open hat der erste Triumph in New York oberste Priorität für Djokovic.

Scharapowa wieder da

Maria Scharapowa war dort schon einmal vor fünf Jahren erfolgreich. Die 24-Jährige ist nun Weltranglisten-Vierte - die höchste Platzierung, seit die frühere Nummer eins im Mai 2009 nach einer langwierigen Schulterverletzung zurückkehrte. Bei den US Open muss sie vom kommenden Montag an praktisch keine Konkurrentin fürchten. Branchen-Primus Caroline Wozniacki war zuletzt nicht in Top-Form, gegen die zweitplatzierte Russin Vera Swonarewa gewann Scharapowa gerade im Halbfinale, Titelverteidigerin Kim Clijsters aus Belgien - derzeit die Nummer drei der Welt - hat verletzt abgesagt.

Im 2:49 Stunden langen Endspiel gegen Jankovic zeigte Scharapowa einmal mehr viel Kampfgeist und großen Willen. "Es hätte so oder so ausgehen können. Am Ende hatte ich einfach Glück, dass ich gewonnen habe", sagte Scharapowa.(APA/red)