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So wie hier in Brasilia demonstrierten Umweltschützer auch in Wien gegen den geplanten Staudamm in Belo Monte.

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Wien - Rund ein Dutzend Umweltschutz-Aktivisten haben am Montag in Wien vor der brasilianischen Botschaft gegen den Bau des drittgrößten Wasserkraftwerks der Welt im Amazonas-Gebiet demonstriert. "Wir wollen zeigen, dass es uns auch in Österreich nicht egal sein kann, wenn Regenwald unwiederbringlich zerstört wird und dadurch Arten aussterben", erklärte Lisa Kernegger von der Umweltschutzorganisation Global 2000.

Christina Schröder von der Menschenrechtsorganisation Südwind, die im Februar zu einem Lokalaugenschein vor Ort war, erzählte von der "Existenzangst", die der lokalen Bevölkerung ins Gesicht geschrieben sei, da von Regierungsseite "jede vernünftige Informationspolitik fehlt". Kritiker befürchten, dass durch den Bau des gigantischen Belo-Monte-Staudamms 30.000 bis 40.000 Menschen umgesiedelt werden müssen und die Existenzgrundlage für die am Xingu-Fluss lebende indigene Bevölkerung durch die Flussumleitung gefährdet wird. "Schon vor Baubeginn mussten zahlreiche Menschen aus der Gegend flüchten, weil die Mieten angesichts der scharenweise ankommenden Arbeiter um das Vier- bis Fünffache gestiegen sind," so Schröder.

Mit einer maximalen Leistungskapazität von 11.233 Megawatt soll im brasilianischen Bundesstaat Pará das drittgrößte Wasserkraftwerk der Welt - nach dem Drei-Schluchten-Staudamm in China und dem binationalen Itaipu-Werk an der Grenze Brasiliens zu Paraguay - entstehen. Anfang Juni erteilte die brasilianische Umweltbehörde die Baugenehmigung für das heftig umstrittenen Mega-Projekt. Die Kosten für das Projekt werden auf etwa 8,5 Milliarden Euro geschätzt. Auch das österreichische Unternehmen Andritz ist mit Turbinen-Großaufträgen in dreistelliger Millionenhöhe als Zulieferer indirekt am Bau beteiligt. (APA)