Wien - Sechs Vorstellungen von Mozarts "Don Giovanni" hat die Opernwerkstatt Wien im Juli im Hof der Technischen Universität (TU) über die Bühne gebracht, von einem finanziellen Erfolg ist die Produktion aber weit entfernt. Intendant und Vereinsobmann Helmut Schlosser bestätigte gegenüber der APA einen Bericht der "Kronen Zeitung", wonach Gagen an Musiker nicht ausgezahlt werden konnten. Die Kosten von rund 160.000 Euro für die Produktion stehen einer Auslastung von unter 30 Prozent mit 1.400 zahlenden Besuchern gegenüber. "Das ist zu wenig, auch wenn diese Produktion in den vergangenen zehn Jahren künstlerisch unsere beste war", wie Schlosser resümierte.

Die Konsequenzen könne er allerdings noch nicht abschätzen. "Faktum ist, dass der nicht freiwillige Standortwechsel uns viel Zeit gekostet hat." So war ursprünglich geplant, wie in den vergangenen Jahren in der Roßauer Kaserne zu spielen. Dort würde man aber den Dienstbetrieb im Verteidigungsministerium zu sehr stören, wie gegenüber Schlosser angegeben wurde. Ausbleibende Förderungen und fehlende Sponsorengelder resultierten schlussendlich in 2.200 Euro externer Unterstützung. Um die restlichen Kosten decken zu können, hätte man eine Auslastung von 73,5 Prozent benötigt, so Schlosser.

Dabei habe man im vergangenen Jahr erstmals keine Oper gespielt, um die diesjährige Produktion auf finanziell gefestigte Beine stellen zu können und sich mit einiger Vorlaufzeit um Subventionen zu bemühen - letztlich ohne Ergebnis. Effektiv fehlen der Opernwerkstatt zu Begleichung der ausstehenden Löhne und weiteren Kosten rund 70.000 Euro, obwohl etwa die Hälfte des Orchesters umsonst spiele. "Das Gros des Ensemble ist ein loyales Team", betonte Schlosser, der aber auch die Gehaltsforderungen anderer Beteiligter nachvollziehen könne. Schließlich sei die Pauschale von rund 600 Euro "für 17 oder 18 Dienste inklusive aller Proben ohnehin kein fürstliches Honorar".

Nun müsse man sich nachträglich um Unterstützungen bemühen. Neben einem Termin bei der Kulturabteilung der Stadt Wien (MA7) will Schlosser an die Kultursprecher aller Fraktionen herantreten. Eine Entscheidung erwarte er nicht vor September. "Alles hat seine Grenzen. Ich mache das aus Überzeugung, weil mir das Theater am Herzen liegt", meinte der Vereinsobmann. In dieser Saison habe man einfach "den Sprung auf den Kampfplatz" nicht geschafft. (APA)