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Der Arbeitgeber sollte (alkoholfreie) Getränke zur Verfügung stellen.

Foto: APA/dpa/Weigel

Weil sich der Sommer diese Woche noch einmal aufbäumt, bevor er zum Herbst wird, wollen wir ein paar Tipps gegen die Hitze und die arbeitsrechtlichen Vorschriften, die vor dieser schützen sollen, in Erinnerung rufen.

Ob nur 22 oder 40 Grad. Es spielt keine Rolle. Für Arbeitnehmer gibt es keine gesetzliche Grundlage für Hitzeferien. Die Arbeitsleistung kann zwar bei extrem sommerlichen Temperaturen um bis zu 70 Prozent sinken, dennoch muss gearbeitet werden. Einzige Ausnahme laut Gewerkschaft: Droht ein Hitzekollaps, hat der Arbeitnehmer das Recht nach Hause zu gehen.

Kein Recht auf eine Klimaanlage

Arbeitgeber haben die Verpflichtung, für ein erträgliches Arbeitsklima zu sorgen. Ein Recht auf eine Klimaanlage existiert aber nicht.

Die Arbeiterkammer erklärt auf ihrer Homepage die Regelungen, die es fürs Arbeiten in der Hitze gibt:

"In Arbeitsräumen müssen raumklimatische Verhältnisse herrschen, die dem menschlichen Organismus angemessen sind. Direkte Sonneneinstrahlung durch Fensterflächen muss beispielsweise mit Jalousien vermieden werden. Auch alle wärmestrahlenden Flächen, beispielsweise verursacht durch Maschinen oder Lichtspots, sind abzuschirmen.

Raumtemperatur zwischen 19° und 25° bei Büro mit Klimaanlage

Wenn eine Klimaanlage vorhanden ist, haben Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dafür zu sorgen, dass die Raumtemperatur in Arbeitsräumen in denen Tätigkeiten mit geringer körperlicher Belastung wie Büroarbeiten verrichtet werden, zwischen 19° und 25° liegt. Bei Arbeiten mit normaler körperlicher Belastung wie bei häufigem Stehen, hat die Raumtemperatur zwischen 18° und 24° zu betragen.

Bei der Verwendung von Klimaanlagen muss eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 % und 70 % gewährleistet sein. Sind solche Anlagen nicht vorhanden, sind von Arbeitgeberseite sämtliche Maßnahmen auszuschöpfen, die dazu geeignet sind die Temperatur zu senken (z.B. nächtliches Lüften, Beschatten der Fenster, Bereitstellung von Ventilatoren und alkoholfreien Getränken,...). Eine verpflichtenden Installation von Klimaanlagen sieht das Gesetz nicht vor.

Wird versucht das Raumklima durch Belüftung zu beeinflussen muss auf etwaige Belastungen durch Zugluft Rücksicht genommen werden. Die Luftgeschwindigkeit darf bei geringen körperlichen Belastungen 0,10m/s (Meter pro Sekunde), bei normaler körperlicher Belastung 0,20 m/s und bei schwerer körperlicher Belastung 0,35 m/s nicht überschreiten."

Weitere Tipps der AK gegen die Hitze:

  • Genug trinken – Bereitstellung geeigneter alkoholfreier Getränke durch die/den Arbeitgeber/-in
  • Abschattung vor direkter Sonneneinstrahlung
  • Nachtabkühlung nutzen: für eine intensive Durchlüftung der Räume sorgen und zwar in der Nacht – oder in den frühen Morgenstunden
  • Lockerung eventuell vorhandener Bekleidungsvorschriften
  • Bereitstellung von Tisch- oder Stehventilatoren (Zugluft vermeiden!)
  • Zurverfügungstellung von Duschgelegenheiten
  • organisatorische Maßnahmen, wie den Arbeitsbeginn vorverlegen, die Mittagshitze meiden und zusätzliche Arbeitspausen. (red, derStandard.at)