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Foto: AP/Berthold Stadler/dapd

Berlin - Loriot wird in vielen Sparten in Erinnerung bleiben - im Folgenden eine Auswahl seiner wichtigsten Werke:

Literatur:

Kein deutscher Verlag wollte ihn drucken, erst der Zürcher Daniel Keel (Diogenes) erkannte 1954 sein Genie. Seither erreichten seine Cartoonbände Millionenauflagen, in knapp 60 Jahren sind nicht weniger als 114 Loriot-Bücher erschienen. Dazu gehören "Auf den Hund gekommen", "Der gute Ton", "Der Weg zum Erfolg", "Loriots heile Welt", "Möpse und Menschen. Eine Art Biografie", "Große Deutsche". Das letzte Buch, "Bitte sagen Sie jetzt nichts", war vom Diogenes-Verlag ursprünglich für eine November-Veröffentlichung vorgesehen und soll nun bereits Mitte September erscheinen.

Außerdem illustrierte Loriot die Bände "Kinder für Anfänger", "Eltern für Anfänger" und "Liebesbriefe für Anfänger".

Filme:

"Ödipussi" (1988) über ein 56-jähriges Muttersöhnchen und "Pappa ante portas" (1991) über den chaotischen "Rentenschock" eines Angestellten.

Fernsehen:

Von 1967 bis 1972 lief die erste Loriot-Fernsehserie "Cartoon". Zunächst eine Dokumentationssendung zur internationalen Karikaturistenszene, entwickelte sie sich bald zu einer satirischen Sendung mit Loriot als Autor, Regisseur und Hauptdarsteller. 1974 folgte das "Telecabinet", ab 1976 unter anderem die Sendungen "Loriot I-VI". Als kongeniale Sketch-Partnerin fungierte ab 1976 die vor vier Jahren verstorbene Evelyn Hamann.

In einer 14-teiligen TV-Reihe hielt Loriot 1997 unter dem Motto "Vom Glück der Liebe, der Ehe und des Erinnerns" Rückschau auf seine Fernsehsketche. Berühmt und überaus populär wurde dabei vor allem der Fernsehhund "Wum", der seit 1971 für die ZDF-"Aktion Sorgenkind" in Wim Thoelkes Sendung warb ("Thööööölke!").

Regisseur und Dirigent:

1985 inszenierte Loriot am Stadttheater Aachen erstmals eine Bühnenfassung seiner "Dramatischen Werke". Zu seinem 85. Geburtstag wurden sie vom 27. November bis 31. Dezember 2008 im Schiller Theater Berlin wieder aufgeführt.

1986 gab Loriot in Stuttgart sein Debüt als Opernregisseur mit "Martha" von Friedrich von Flotow, zu der er auch Bühnenbild und Kostüme entwarf. Diese Oper inszenierte er wieder 1997 am Münchner Gärtnerplatztheater. 1988 führte er Regie bei Carl Maria von Webers "Freischütz" zu den Ludwigsburger Schlossfestspielen.

Der Bayreuther Stammgast wagte sich an seinen Lieblingskomponisten Richard Wagner mit einer Kurzfassung des "Rings des Nibelungen an einem Abend" heran, den er auch auf Schallplatte aufnahm.

1979 "dirigierte" Loriot sogar einmal die Berliner Philharmoniker anlässlich eines Bundeskanzler-Festes in Berlin. Auch am Pult der Münchner Philharmoniker gab er sich die Ehre.

Auszeichnung:

2009 erhielt Loriot die Goldene Lola für sein Lebenswerk im Rahmen des Deutschen Filmpreises, "eine makellose Schönheit, wie sie in den Armen eines 85-Jährigen nur noch selten anzutreffen ist", so der Ausgezeichnete damals. (APA/red)