Wird auch das Schaulust-Festival beehren: Sänger und Songschreiber Ernst Molden.

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Highlights, Highlights, Highlights - das neue Programm für das Schaulust-Festival in Lustenau liest sich wie das Who's who der deutschsprachigen Kabarett-, Theater- und Musikszene. Organisator Willi Pramstaller holt sich vom 26. August bis zum 24. September nur ganz besondere Acts in sein edel ausgestattetes "Freudenhaus" im Lustenauer Millennium Park.

Den Auftakt am 26. 8. bestreitet beispielsweise gleich ein im Freudenhaus altbekannter Bluessänger und Stimmspieler aus der Schweiz: Stiller Has bringt Mundart aus Bern nach Vorarlberg. Sein aktuelles Album heißt So verdorbe und handelt von Sehnsucht, Lebenslust und Todesahnung. Der Sänger, ein gebürtiger Österreicher, der sich Anaconda nennt, hält den selbstzufriedenen Bewohnern der Alpenländer den Spiegel vor.

Musikalisch bleibt es spannend, wenn Denis Fischer aus Berlin am 27. 8. Songs von Leonhard Cohen neues Leben einhaucht. Am 2. 9. geht es weiter mit Akkordeonmusik aus der Toskana mit Riccardo Tesi Banditaliana. Als Ethnomusikologe erforschte er den Liscio (den Walzer seiner Heimat Toskana), die süditalienischen Tarantelle und Tammuriate und die Traditionen Sardiniens oder Südfrankreichs. Darüber hinaus darf man sich auf Ernst Molden & Band mit Willi Resetarits, Zawinuls The Syndicate und auf den holstuonarmusigbigbandclub freuen.

Und auch Humor wird dieses Jahr im Lustenauer Freudenhaus wieder großgeschrieben: Les Trois Suisses bringen am 1. 9. mit Herzverbrecher Musikcomedy aus der Schweiz auf die Bühne. Am 8. 9. gibt das kongeniale Schweizer Clownduo Ursus und Nadeschkin ihre Lieblingsnummern zum Besten. Georg Ringsgwandl, der selbsternannte Karl Valentin des Rock 'n' Roll, betreibt am 10. 9. verbale Brandrodung im falschen Idyll. Die drei Wellküren beschäftigen sich (15. 9.) mit ihrem bayrischen Musiklkabarett mit Bayern in der Krise.

Und auch die Grand Dame der Clowns, Gardi Hutter, gibt sich am 22. 9. mit ihrem neuen Programm Die Schneiderin die Ehre im Freudenhaus. Wie soll man sich bei so viel "Schaulust" nur entscheiden können? (rar/DER STANDARD, Printausgabe, 24. 8. 2011)