Im Stadtentwicklungsgebiet Aspern sollen mehr als 1.500 neue Wohnungen mit Hilfe der "Wohnbauinitiative" entstehen.

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Wien - Um Rückgänge beim geförderten Wohnbau infolge von Sparmaßnahmen möglichst zu kompensieren, hat Wien Mitte März die "Wohnbauinitiative" ins Leben gerufen. Private Partner sollen mit Geldmitteln, welche die Stadt zu günstigen Konditionen zur Verfügung stellt, leistbare Behausungen schaffen. Nun liegt das Ergebnis vor: Sechs Konsortien werden in den kommenden Jahren insgesamt 6.250 Wohnungen errichten - mehr als 1.500 davon im Stadtentwicklungsgebiet Aspern, teilte Stadtrat Michael Ludwig (S) am Mittwoch mit.

Ursprünglich war die Stadt von bis zu 7.500 Wohnungen ausgegangen. Dennoch zeigte sich der Ressortchef mit der nun vorliegenden endgültigen Zahl zufrieden. Die teilnehmenden Konsortien hätten angesichts des knappen Zeitraums "beeindruckende Leistungen" erbracht und "großes soziales Engagement" bewiesen, streute Ludwig den teilnehmenden Banken und Bauträgern Rosen. In der zweiten Jahreshälfte 2012 soll sich bereits ein Großteil der Projekte in Bau befinden, wünscht er sich.

500 Mio. Euro Darlehen zur Verfügung

Die neuen Zinshäuser werden im wesentlichen in der Leopoldstadt, in Favoriten, Simmering, Floridsdorf und der Donaustadt - hier vor allem am ehemaligen Flugfeld Aspern, die ja zur "Seestadt" heranwachsen soll - entstehen. So sind beispielsweise 1.400 Wohneinheiten nahe der künftigen U2-Station Hausfeldstraße vorgesehen, weitere 370 rund um den Hauptbahnhof oder etwa 200 auf dem Areal des aufgelassenen Personalhauses des Preyer'schen Kinderspitals.

Wie viel Geld sich die Konsortien von der Stadt tatsächlich ausborgen, steht noch nicht fest, da die Bauträger den genauen Bedarf noch kalkulieren müssten, hieß es heute. Zur Verfügung stehen jedenfalls 500 Mio. Euro an Darlehen, welche Wien aufgenommen hat und zu einem fixen Zinssatz von 3,9 Prozent bis April 2022 weitergibt.

Kriterien zu erfüllen

Damit die Privatpartner das Geld auch bekommen, müssen sie allerdings bestimmte Kriterien erfüllen. Folglich müssen Obergrenzen bei Mieten und Eigenmittelbeträgen eingehalten werden. Dafür gibt es zwei Varianten. Bei Möglichkeit A betragen die Nettomiete höchstens 6,10 Euro pro Quadratmeter und der Finanzierungsbeitrag des Mieters 150 Euro pro Quadratmeter. Bei Option B fällt die Nettomiete mit maximal 4,75 Euro niedriger aus, allerdings belaufen sich die nötigen Eigenmittel auf 500 Euro pro Quadratmeter.

Die Vermieter sind verpflichtet, diese Konditionen allen Bewohnern zu garantieren, die in den ersten zehn Jahren nach Fertigstellung der Anlage einen Mietvertrag abschließen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die Mietpreise nur geringfügig über jenen des geförderten Wohnbaus und deutlich unter jenen des freien Marktes liegen. Außerdem muss die Hälfte der neuen Wohneinheiten direkt über die Stadt - genauer: das Wohnservice Wien - vergeben werden.

6000 Arbeitsplätze pro Jahr

Die benötigten Darlehenshöhen werden durch die Magistratsabteilung 50 genehmigt. Die dafür nötigen Beschlüsse werden im Herbst im Gemeinderat fallen. Laut Ludwig bedeutet die Initiative ein Gesamtinvestitionsvolumen von 1,04 Mrd. Euro und jährlich 6.000 Arbeitsplätze. Finanzstadträtin Renate Brauner (S) hatte im März noch auf 1,25 Mrd. Euro und 8.000 Jobs gehofft. (APA)