Ja, darüber kann man diskutieren: Eine Inflationsanpassung für Familienleistungen, wie ÖVP-Chef Michael Spindelegger vorgeschlagen hat, mag Sinn machen. Wenn das auch für Löhne und Gehälter gelten soll, hat Spindelegger sicher auch SPÖ und die Gewerkschaft an Bord, dann kann er gleich bei seiner Parteifreundin und Finanzministerin Maria Fekter vorstellig werden.

Ja, darüber kann man diskutieren: Es wäre eine Möglichkeit, die Familienbeihilfe direkt an die Studenten und nicht wie bisher an die Eltern auszuzahlen. Damit könnte man auch die Selbstständigkeit junger Menschen fördern. Und es wäre eine Möglichkeit, die Familienbeihilfe besser mit der Studienförderung zu koordinieren, wenn das nicht einer Kürzung einer der beiden Finanzhilfen gleichkommt.

Ja, darüber kann man diskutieren: Dass alle Familienförderungen in einem Ministerium zusammengeführt werden, erscheint logisch. Dann wäre etwa das Jugendministerium auch für die Auszahlung der Unterhaltsvorauszahlungen zuständig und nicht mehr das Justizressort.
Nein, darüber kann man nicht diskutieren: Dass sich die Mama künftig zu Hause mehr um die Alten kümmern soll, ist der falsche Weg in der Pflegedebatte. Dass der Familienbegriff generell weiter gefasst wird, mag recht sein. Dass dem Menschen und ÖVP-Chef Spindelegger bei gleichgeschlechtlichen Paaren mit Kindern aber der Begriff Familie nicht über die Lippen kommt, ist indiskutabel. (DER STANDARD, Printausgabe, 25.8.2011)