Foto: Wirtschaftskammer

Seit knapp vier Jahren werkt der österreichische Wirtschaftsdelegierte für Libyen in Tripolis, zur Zeit ist er auf "Zwangsurlaub". "Ich bin im libyschen Exil in Wien." Prognosen für die Rückkehr traut sich David Bachmann nicht zu stellen. "Das wäre wie das Orakel von Delphi. Aber am 27. 8. kommt ja 'die Nacht der Stärke, die Nacht der Kraft', die wichtigste Nacht im Ramadan. Viele Libyer hoffen, dass die Befreiung des Landes bis dahin geschafft sein wird." Vor der Krise lebte der Wiener samt Familie in Tripolis, danach wird er aus Sicherheitsgründen ohne sie zurückkommen "und nach Wien mit dem Flieger pendeln."

In Tripolis ist ein eigenes Auto selbstverständlich. "Es existiert kein öffentlicher Transport. Es gibt überfüllte Minibusse privater Unternehmen, ohne Fahrplan." Bachmanns Dienstauto, ein Land Rover Discovery, ist "idealerweise ein geländegängiges. Wenn man in Tripolis mit einer Limousine unterwegs wäre, bräuchte man spätestens nach einem Jahr neue Stoßdämpfer, oder es bricht eh vorher schon die Achse. Es gibt tiefe Schlaglöcher, im Winter, wenn es regnet, fährt man durch 70 cm hohes Wasser. Wenn man in die Wüste fährt oder Firmencamps besucht, käme man ohne Geländeauto gar nicht weiter." Der weiße Land Rover Discovery ist eineinhalb Jahre alt und "fantastisch. Ein richtiges Wüstenkamel."

Zuvor fuhr Bachmann einen Toyota Land Cruiser. "Ich kaufte mir auch vor einigen Jahren in Mexiko einen Dodge Durango, den ich dort und dann einige Zeit in Wien fuhr, als der Benzinpreis unter einem Euro lag und man es sich noch leisten konnte - er braucht ja zwischen 20 und 25 Liter. Das ist tragisch." Danach übersiedelte der Dodge nach Libyen. "Dort kostete der Liter zehn Cent." Jetzt wurde er für Wien umgemeldet, der erste volle Tank in Österreich war ein Schock: "Für das, was ich in Libyen für einen vollen Tank bezahlt habe, gab's hier gerade zwei Liter. " (Jutta Kroisleitner/DER STANDARD/Automobil/26.08.2011))