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Kaltes Wasser hilft kurzfristig gegen heiße Tage, mittelfristig soll mehr Grün Kühlung bringen. Weltweit beginnt man in Städten, hitzeresistentere Bäume zu pflanzen und mehr Parks anzulegen

Foto: dapd/Ronald Zak

Wien - Man soll ja auch nicht undankbar sein. Auf der Sonnenoberfläche hat es schließlich gut 5500 Grad Celsius. Da sind ja quasi die 37 Grad, die für Freitagnachmittag im Osten des Landes erwartet werden, eine mittlere Eiszeit. Die gute Nachricht für Kalt- und gleichzeitig die Hiobsbotschaft für Warmblüter: In den kommenden Jahrzehnten wird zumindest im Wiener Raum der Eiswürfel zur wichtigsten Wegzehrung werden.

Schon im Jahr 2008 veröffentlichte die Universität für Bodenkultur (Boku)eine Studie über die Klimaentwicklung bis 2039. In einem Punkt sind sich die Forscher sicher: Es wird deutlich wärmer.

Hat es drei Tage hintereinander über 30 Grad, sprechen die Wissenschafter von einer Hitzewelle. Zwischen 1961 und 1990 gab es durchschnittlich 5,1 solcher Tage. In der Zukunft sollen es in der Innenstadt 17,7 Tage werden, auch die Zahl der Nächte mit mehr als 18 Grad Celsius wird steigen.

Andere Bäume

Das Problem haben viele Großstädte, in Chicago wird ihm mit einem umfangreichen Programm begegnet. So werden Gehsteige verbreitert und von Bäumen gesäumt. Und das sind nicht jene, die derzeit das Stadtbild pflegen. Für die Weißeiche könnte es künftig dort zu warm werden, daher steigt man auf die resistentere Zweifarbige Eiche um.

Einen Schritt, den man auch in Wien setzt, wie Stadtgartendirektor Rainer Weisgram erklärt. "Wir haben in einem Arbeitskreis unser Sortiment neu definiert. Es gibt beispielsweise 15 unterschiedliche Ahorn- und acht Lindenarten. Da wird nun auf Temperaturbeständigkeit und auch die Eignung für eine Pflanzung im Straßenbereich geachtet. Wir haben uns da an Deutschland angelehnt." Bei der Neuanlage und Renovierungen von Parks wird auf eine weitere Boku-Studie Bedacht genommen. "Da geht es beispielsweise um Bewässerungssysteme und Pflegemaßnahmen" , sagt Weisgram.

Mehr Parks sollen überhaupt einen Beitrag zur Kühlung leisten, meinen der Beamte und Dominik Kresja, ein Sprecher von Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne). Drei bis vier neue Anlagen würden im Schnitt im Jahr realisiert - vom Beserlpark bis zur 70.000-Quadratmeter-Fläche bei der künftigen "Bahnhofs-City". Kresja betont auch, dass in den Flächenwidmungsplänen die Grünraumgestaltung festgeschrieben wird, etwa beim Flugfeld Aspern. (Michael Möseneder, DER STANDARD Printausgabe, 26.8.2011)