Amman - Syrische Soldaten haben sich in einem Vorort von Damaskus nach Augenzeugenberichten Schusswechsel mit meuternden Soldaten geliefert. Dutzende Soldaten hätten sich geweigert, auf Demonstranten zu schießen und seien in der Nacht zu Sonntag in den Stadtteil Al-Ghuta geflohen, berichteten Einwohner. Dort seien sie dann von loyalen Soldaten angegriffen worden.

Es sind die ersten Berichte über Deserteure in der Hauptstadt seit Beginn der Unruhen vor fast sechs Monaten. Am Vortag hatte es im Vorort Harasta eine Großdemonstration gegen Präsident Bashar al-Assad gegeben.

Die syrische Führung hat stets bestritten, dass es Deserteure in der Armee gibt. Eine Bestätigung ist nicht möglich, da die Regierung unabhängige Journalisten des Landes verwiesen hat. Nach Darstellung der Opposition wächst die Zahl der Befehlsverweigerer unter den einfachen Soldaten. Diese gehören vor allem der sunnitischen Bevölkerungsmehrheit an, leisten aber meistens unter einem aus der Gruppe der Alawiten stammenden Offizier Dienst. Diese werden faktisch von Assads Bruder Maher kontrolliert. Eine Gruppe, die sich Freie Offiziere nennt, und angibt für die Deserteure zu sprechen, erklärte im Internet, in Harasta sei es zu Absetzbewegungen großen Ausmaßes gekommen. Sicherheitskräfte und Assad-treue Milizen hätten die Deserteure verfolgt. Ein für die Verfolgung verantwortlicher Oberst des Luftwaffengeheimdienstes sei im benachbarten Stadtteil Sakba getötet worden. (APA/Reuters)