Wladiwostok - Eine mysteriöse Serie von Hai-Attacken sucht derzeit den Fernen Osten Russlands heim. Vergangenen Samstag wurde im Bezirk Chasan im Japanischen Meer ein Mann von einem Exemplar der Raubfischart attackiert. Der Betroffene gab an, nicht einmal bis zur Hüfte im Wasser gestanden zu sein. Der 26-Jährige wurde am Unterarm und am Rumpf verletzt.

Der Hai sei hoch aus dem Wasser gesprungen und habe nach ihm geschnappt, erzählte er. Der Angriff war heuer bereits der dritte in der Region. Vergleichbare Vorfälle waren in der Vergangenheit dort nie gemeldet worden.

Badeverbot

Vor eineinhalb Wochen hatten die Behörden an der betroffenen Küste ein Badeverbot verhängt, das vor wenigen Tagen jedoch wieder aufgehoben worden war. Anlass waren zwei Hai-Angriffe gewesen, bei denen zwei junge Männer schwer verletzt wurden. Ein 16-Jähriger wurde am Oberschenkel gebissen, auch eine Arterie wurde dabei durchtrennt. Einem 25-Jährigen wurden beide Unterarme abgerissen.

Nach dem neuerlichen Zwischenfall machten sich am Sonntag unzählige Schiffe auf die Suche nach dem angriffslustigen Fisch oder den Fischen. Experten rätseln über die Hintergründe. Manche machen den Klimawandel dafür verantwortlich: In der Region ist die See in den vergangenen Jahren im Durchschnitt wärmer geworden.

Bisher wurden an der betroffenen russischen Küste im Japanischen Meer zwar immer wieder Haie gesichtet. Doch diese griffen keine Menschen an. (ag/DER STANDARD-Printausgabe, 29.8.2011)