Klagenfurt/Wien - Die Initiative ging von den Burgenländern aus, die Kärntner ließen sich aber nicht lange bitten. Kaum hatte die Bank für Kärnten und Steiermark (BKS), die kleinste der drei durch Überkreuz-Beteiligungen miteinander verflochtenen Regionalbanken (die beiden anderen sind die Oberbank und die Bank für Tirol und Vorarlberg), erfahren, dass Die Burgenländische Anlage & Kredit Bank AG, Mattersburg, einen Partner sucht, witterte sie auch schon die Chance auf Wachstum durch Zukauf.

In einer Presseaussendung bekundete sie öffentlich ihr Interesse an einem Engagement bei den Burgenländern. Die Ausgabe neuer Aktien im Wege einer Kapitalerhöhung könnte den Weg dafür frei machen und der BKS den Markteintritt im Burgenland ermöglichen, hieß es.

Turbulente Aufsichtsratssitzung

Die Initiative der Mattersburger Bank, vormals Spar-und Kreditbank Pinkafeld-Rechnitz AG (bis 1994), Kundenbank AG (bis 1997) und erst nach der Fusion mit der Volksbank Burgenland Mitte mit dem derzeitigen etwas sperrigen Namen ausgestattet, war nicht unumstritten.

In einer turbulenten Aufsichtsratssitzung Anfang Mai, in der Aufsichtsratschef Friedrich Blaha die Abberufung der beiden Vorstände Wolfgang Bauer und Gustav Magedler erreichen wollte, blitzte er mit seinem Wunsch ab. Die Hälfte der Aufsichtsräte entschied sich für das Verbleiben des Managements.

Rücktritte

Blaha und drei weitere Aufsichtsräte, die die Wiener M & A Privatbank als künftigen Partner favorisiert hatten, zogen daraus die Konsequenzen und traten zurück. Die Hauptversammlung am 28. Mai soll nun die Kapitalerhöhung inklusive der neuen Partnerschaft absegnen.

Die Burgenländische Anlage & Kredit Bank AG kommt mit rund 80 Mitarbeitern in 15 Niederlassungen auf eine Bilanzsumme von 286 Mio. Euro. Die BKS beschäftigt 660 Mitarbeiter in 40 Geschäftsstellen und wies Ende 2002 eine Bilanzsumme von 3,7 Mrd. Euro aus. (Günter Baburek, Wolfgang Weisgram, DER STANDARD Print-Ausgabe, 27.5.2003)