Kirkuk - US-Truppen haben am Montag eigenen Angaben zufolge zum zweiten Mal innerhalb von vier Tagen im Irak einen Lastwagen entdeckt, der vermutlich mit Goldbarren beladen ist. Der mit Barren im Wert von schätzungsweise 100 Millionen Dollar sei an einem Kontrollpunkt im Nordirak entdeckt worden, sagte US-Major Kevin Petit. Soldaten hätten bei einer Durchsuchung nahe der Ölstadt Kirkuk 999 Barren unter einer Plane auf dem alten Mercedes-Lastwagen entdeckt. Der Fahrer habe angegeben, ihm seien 300 Dollar dafür bezahlt worden, Kupferbarren von Bagdad in den Nordirak zu bringen.

"Das sind keine geprägten Barren. Das Gold ist schnell geschmolzen worden", sagte Petit, während er auf dem Flughafen in Kirkuk auf den Lastwagen kletterte um die schmutzigen und grob geformten Zehn-Kilogramm-Barren zu zeigen. Angesichts der Sensibilität der Fracht werde diese wahrscheinlich nach Bagdad überführt, fügte er hinzu. Am Stacheldrahtzaun, der rund um den türkisfarbenen Lastwagen inmitten von US-Militäreinrichtungen errichtet wurde, waren Schilder mit der Aufschrift, "Nicht betreten, wird von der US-Regierung untersucht" angebracht worden. US-Soldaten sagten, der Fahrer habe wohl nicht gewusst, was er transportiert habe. Es seien keine Waffen gefunden worden. Die drei Insassen des Lastwagens würden verhört.

Am Donnerstag hatten US-Soldaten 2000 Barren, vermutlich Gold im Wert von 500 Millionen Dollar, bei einer Durchsuchung eines Lastwagens nahe der syrischen Grenze entdeckt. Auch dieser Fahrer hatte angegeben, ihm seien 300 Dollar für seine Arbeit bezahlt worden.

US-Soldaten hatten im vergangenen Monat in der Nähe eines Palastes in Bagdad schätzungsweise 600 Millionen Dollar in Behältern gefunden. US-Militärvertretern zufolge hatte der Sohn Kusai des gestürzten Diktators Saddam Hussein vor Beginn des Irak-Krieges am 20. März rund eine Milliarde Dollar aus der irakischen Zentralbank geschafft. Das meiste davon sei inzwischen aber sichergestellt worden. (APA/Reuters)