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Muss sich wieder in Schale werfen: Hollywood-Beau George Clooney.

Foto: APA/EPA

Venedig - Hollywoodstar George Clooney ist auf dem Filmfestival von Venedig schon so gut wie eingemeindet, insofern dürfte der Auftakt der 68. Ausgabe am Mittwochabend fast ein wenig familiär ausfallen. The Ides of March nennt sich der Eröffnungsfilm, es ist Clooneys vierte Regiearbeit, in der er einen charismatischen Politiker verkörpert, der das höchste Amt im Staate anpeilt. Der Film blickt hinter die Kulissen der US-Politik - Jungstar Ryan Gosling spielt den Spin-Doctor an Clooneys Seite -, und dürfte sich wie schon Good Night, and Good Luck als ein Stück liberales Hollywoodkino präsentieren, welches das Herz am richtigen Fleck hat.

Das US-Kino ist am Lido in diesem Jahr überhaupt stark vertreten, Mavericks wie Abel Ferrara, William Friedkin und Todd Solondz zeigen neue Filme im Wettbewerb, Madonna kommt mit ihrem Film über die skandalumrankte Amerikanerin Wallis Simpson (W. E.), Steven Soderbergh ist mit seinem Virus-Thriller Contagion (mit Matt Damon) vertreten. Erste Höhepunkte erwartet man sich bis zum Wochenende mit Roman Polanskis Yasmina-Reza-Adaption Der Gott des Gemetzels, in der Christoph Waltz auf John C. Reilly und Kate Winslet trifft, David Cronenbergs Freud-Film A Dangerous Method, der auch in Wien gedreht wurde, und dem neuen Film des Franzosen Philippe Garrel, Un été brulant, mit Sohn Louis und (einer nackten) Monica Bellucci.

Österreicher am Horizont

Festival-Direktor Marco Müller ist ein Garant für ein breites, experimentierfreudiges Programm, das sich besonders auf der Nebenschiene Orizzonti ballt. Hier laufen auch die österreichischen Beiträge, Michael Glawoggers neuer Dokumentarfilm Whores' Glory sowie Kurzfilme von Norbert Pfaffenbichler und Josef Dabernig. Zuletzt wurden noch zwei asiatische Filme bekanntgegeben, Johnnie Tos Life Without Principle (Wettbewerb) sowie eine neue Arbeit des philippinischen Regisseurs Lav Diaz, Century of Birthing.

Das Festivalgelände selbst bleibt auch in diesem Jahr Baustelle, zumindest die Sala Grande soll in neuem Glanz erstrahlen. An Glamour sollte es bis zur Preis-Gala am 10. September, bis zu der die Jury um Darren Arronofsky ihre Entscheidungen treffen wird, so aber auch nicht fehlen. (kam/DER STANDARD, Printausgabe, 31. 8. 2011)