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Muss sich ärgern: Steirischer SPÖ-Chef Voves.

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Graz - Der steirische SPÖ-Landeshauptmann Franz Voves durchlebt momentan ein Wechselbad der Gefühle. Österreichweit und auch im benachbarten Ausland werden ihm Rosen für seine ambitionierte "Reformpartnerschaft" mit der ÖVP gestreut. Innerparteilich aber greift er in Dornen. Mit dem Problemfall der Pleitegemeinde Fohnsdorf, in der der erfolgreiche, aber umstrittene Bürgermeister Johann Straner nach einem Kandidaturverbot von Voves nun mit einer eigene Liste bei der Landtagswahl antritt, bricht Voves ein wichtiges Stück "rote Obersteiermark" weg. Dramatisch entwickelt sich seine Partei auch in der Landeshauptstadt Graz.

Nach den schweren Konflikten in der Stadtpartei hatte er im Alleingang den Chef des Joanneum Research, Edmund Müller, als neuen Parteichef eingesetzt. Der Quereinsteiger kam aber noch immer nicht in der Grazer Partei an, er wird von einem Teil der Funktionäre geschnitten und ist seit Monaten auf der Suche nach einem Profil für sich und die Partei.

Im "Sommergespräch" des ORF-Landesstudios platzte Voves jetzt der Kragen, er habe sich von Müller mehr erwartet, und es tue ihm leid, dass die Grazer Partei, die Politbeobachter bereits an fünfter Stelle wähnen, nicht in Schwung komme. Er verstehe, wenn der Stadtparteivorstand unruhig werde. Der so von seinem Schutzherrn Gescholtene will im Standard-Gespräch seinen Ärger gar nicht erst verbergen - ihn aber nicht bei Voves abladen.

Müller: "Es stellt sich die Frage, wie wir wieder handlungsfähig werden, wenn sich ein Teil der Funktionäre nicht einbringt. Es geht nicht, dass sich einige fußfrei anschauen wollen, wie der Müller das jetzt so machen wird." Die Grazer SPÖ sei ein "schwieriger Sanierungsjob". Müller: "Aber den zieh ich durch." (Walter Müller, STANDARD-Printausgabe, 31.8.2011)