Architekt David Chipperfield (li.) P&C-Chef Adrian Kiehn.

Foto: Peek & Cloppenburg

Manches lassen sich die Wiener gerne nachsagen. Sogar von "Fremden": Heißt man Wien etwa "Weltstadt" , sind sogar alle Ressentiments gegen die Deutschen futsch. Mehr noch: Kein Wiener hat je "Piefke" gesagt.

Schon deshalb war es schlau, dass das deutsche Kleiderhaus "Peek & Cloppenburg" Dienstagabend mit Pomp & Trara - sowie einer Gästeliste, die von Sarah Wiener (Köchin) bis zu Boris Entrup (Visagist) viel grenzüberschreitendes Personal aufbot - die Eröffnung eines "Weltstadthauses" auf der Kärntner Straße feierte: Andere hätten Anglizismen emittiert - und zum "Opening" des "Flagshipstores" in die "City" geladen.

Doch die Nachfahren von Johann Peek und Heinrich Cloppenburg schätzen Tradition und Stil. Nicht bloß beim Textil - und nicht erst beim sensibel-beherzten Umbau des früherenFinanzministeriums durch David Chipperfield, sondern schon lange davor.

Doch daran, wie autonom wienerisch "verhunzt" das einstige Kaufhaus "Herzmansky" auf der Mariahilfer Straße aussah, bevor es 1998 zu P&C kam, konnte und wollte sich beim Fest im neuen Haus in der Weltstadt Wien lieber niemand erinnern. (rott; DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31.8.2011)