Monterrey - Nach der Festnahme von fünf mutmaßlichen Mitgliedern der Drogenbande Los Zetas im Zusammenhang mit dem schweren Brandanschlag auf das Kasino in Monterrey sucht die mexikanische Polizei nach sieben weiteren Verdächtigen. Bis zu zwölf Angreifer seien an dem Anschlag am Donnerstag vergangener Woche beteiligt gewesen, sagte Staatsanwalt Adrian de la Garza am Dienstag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz.

Die fünf bereits festgenommenen Verdächtigen haben nach Angaben der Behörden ihre Beteiligung an der Tat mit 52 Todesopfern gestanden. Sie hätten das Kasino räumen wollen, bevor sie es anzündeten, sagten sie demnach aus. Die Lage sei aber außer Kontrolle geraten. Der Angriff hatte nur etwa zweieinhalb Minuten gedauert. De la Garza kündigte an, für die fünf Festgenommenen die Höchststrafe für Totschlag zu fordern.

Kasinoeigentümer geflüchtet

Die Polizei prüft, ob der Anschlag im Zusammenhang mit Schutzgelderpressung steht. Der Gouverneur des nordmexikanischen Bundesstaates Nuevo Leon, dessen Hauptstadt Monterrey ist, sagte, der Eigentümer des Kasinos habe sich nach Angaben seines Piloten in seinem Privatflugzeug außer Landes bringen lassen. Die mexikanischen Behörden setzten daher bei der Suche nach den Eigentümern auf die Unterstützung von Interpol und der US-Behörden, fügte Gouverneur Rodrigo Medina hinzu.

Monterrey galt bis noch vor wenigen Jahren als die sicherste Stadt Mexikos. In den Grenzregionen des Landes zu den USA herrscht jedoch seit Jahren ein blutiger Drogenkrieg, der inzwischen auch in der Industriestadt angekommen ist. Allein im vergangenen Monat wurden in der mit vier Millionen Einwohnern drittgrößten Stadt Mexikos mehr als 70 Menschen getötet. Nach Behördenangaben ist ein Machtkampf zwischen den als besonders brutal geltenden Los Zetas und dem Golf-Kartell für die Zunahme der Gewalt in Nordmexiko verantwortlich. (APA)