Wien - Ein ehemaliger Immobilien-Manager der Telekom Austria hat das Unternehmen um mindestens 200.000 Euro geschädigt, schreibt der Kurier  und beruft sich auf Insider. Wie berichtet wurde vor drei Wochen eine Anzeige gegen jenen früheren leitenden Immobilien-Mitarbeiter eingebracht. Laut den Recherchen der internen Revision soll er das Unternehmen bei Immobilienverkäufen und mit Leistungen von Telekom-Lieferanten für sein Privathaus in Mödling geschädigt haben, so das Blatt. "Allein ein Swimmingpool und neue Fenster für seine Mödlinger Villa soll die Telekom Zigtausende Euro gekostet haben."

Telekom Austria-Sprecherin Elisabeth Mattes wollte auf APA-Anfrage "interne Ermittlungen nicht kommentieren". Es handle sich um ein laufendes Verfahren.

Der ehemalige Mitarbeiter hat die Vorwürfe gegenüber dem "Kurier" bestritten: "Das ist ein Blödsinn, an den Vorwürfen ist nichts dran." Weitere Stellungnahmen lehnte er gegenüber dem Blatt ab.

Laut "Kurier" soll der Beschuldigte mit einer engen Freundin - der eine kleine Firmengruppe für Gebäudemanagement und Immobilienvermittlung gehört - zusammengearbeitet haben. Bei Ausschreibungen für Telekom Austria-Immobilien soll es Absprachen mit potenziellen Käufern gegeben haben, um sie auf deren Bedürfnisse zuzuschneiden. "Freunde des Paares sollen zu Scheinangeboten überredet worden sein, um den Preis der Immobilien zu drücken", schreibt die Zeitung. Die Immobilien, unter anderem Grundstücke mit Lager-Gebäuden für die Telefonbautrupps in Kitzbühel und im 13. Wiener Bezirk, sollen anschließend unter dem Marktwert an Freunde verkauft worden sein.

Eigenständige Immobilientransaktionen konnte der ehemalige Mitarbeiter ab Frühjahr 2008 abwickeln. Zu diesem Zeitpunkt wurde er zum Leiter des Bereichs "Real Estate & Internal Services" befördert und stieg in Folge auch zum Prokuristen auf. "Für Immobiliendeals allerdings brauchte er die Unterschrift eines Vorstandsdirektors oder eines zweiten Prokuristen", so der "Kurier". Der Beschuldigte soll aber dann im Mai 2009 "nicht freiwillig" aus dem Unternehmen ausgeschieden sein, zitiert die Zeitung Unternehmenskreise: "Die Vorwürfe sollen ähnlich denen gewesen sein, die jetzt in der Anzeige erhoben werden." (APA)