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Die Kreditkartenfirma "MasterCard" erhielt im Test der Zeitschrift "Konsument" das Urteil "gut".

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Wien - Die von Kreditkartenfirmen angebotenen Leistungen können mitunter recht erheblich voneinander abweichen. Das hat die Zeitschrift "Konsument" des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) in einem aktuellen Vergleich festgestellt. Unterschiede orten die Konsumentenschützer insbesondere beim Ausmaß des mit angebotenen Versicherungsschutzes sowie bei der Informationsqualität. Nur bei einer Karte sei klar ersichtlich, zu welchem Wechselkurs umgerechnet wurde, stellten die Tester fest.

MasterCard erhielt das Test-Urteil "gut", Diners Club und Visa wurden als "durchschnittlich" bewertet, während American ExpressCard im Test als "weniger zufriedenstellend" eingestuft wurde. Daran ist nicht zuletzt die Informationsarbeit schuld: Auf schriftliche Anfragen habe "AmEx" nicht reagiert, die Telefon-Hotline habe wiederholt eine falsche, weil auf den deutschen Markt gemünzte Auskunft, erteilt. Für Inhaber österreichischer Karten fällt im Ausland nämlich eine doppelte so hohe Gebühr an wie in Deutschland.

Informationsdefizite

Die meisten getesteten Kartenanbieter weisen Informationsdefizite bei der Monatsrechnung auf, stellten die Verbraucherschützer fest. So sei etwa der Kurs für im Ausland bezahlte Beträge nicht angeführt. Lediglich MasterCard weise den verwendeten Wechselkurs deutlich aus. Bei den Mitbewerbern sei der verwendete Kurs aber nirgends angeführt.

"Freihändige" Kurse

"Generell haben Kreditkartenunternehmen bei der 'Kursgestaltung' weitgehend freie Hand, und das dürfte auch weidlich ausgenützt werden", schreibt das Magazin. So habe sich bei einer Stichprobe zwischen zwei Anbietern bei der Umrechnung von 100.000 Forint (407 Euro) bereits eine Differenz von 9 Euro ergeben. Verbraucher würden sich öfters über "freihändige" Kurse beschweren.

Erstaunen über Valutenkurse

Erstaunt zeigten sich die "Konsument"-Tester darüber, dass selbst dann, wenn der Kurs ausgewiesen wird, als Referenz Valutenkurse angeführt seien, die beim Handel mit Bargeld zum Tragen kommen. Bei bargeldlosen Transaktionen seien dagegen die für Verbraucher günstigeren Devisenkurse anzuwenden. "Warum gerade bei Kreditkartentransaktionen, also den bargeldlosen Zahlungen schlechthin, der Referenzkurs für den Handel mit Bargeld zum Tragen kommt, ist schleierhaft und schreit nach Korrektur", so das Urteil.

Der mit manchen Karten angebotene Versicherungsschutz sei in der Regel preisgünstig, wenn es auch in Einzelfällen irreführende Angaben in den Prospekten geben könnte. Für individuelle Versicherungsfälle raten die Kreditschützer aber zu einem Abschluss bei einem klassischen Reiseversicherer.

Haftungsgrenzen unterschiedlich

Höchst unterschiedlich sind auch die Haftungsgrenzen, bis zu denen der Inhaber belangt werden kann, wenn die Kreditkarte in falsche Hände gerät: Bei Visa und MasterCard liegt die Grenze bei 72,67 Euro, bei Diners 50 und bei AmEx 25 Euro. Bei einem Verstoß gegen festgelegte "Sorgfaltspflichten" - etwa gute Verwahrung - sei die Haftung bis zu einer Sperre aber unbegrenzt, außer bei MasterCard, wo die Haftung bei 1.200 Euro pro Periode ende.

Jeder Fünfte verwendet "Plastikgeld"

Insgesamt verwendet laut "Markant Market Research" bereits jeder fünfte Österreicher regelmäßig eine Kreditkarte. Das "Plastikgeld" kommt am meisten bei Reisen zum Einsatz. Die Vorteile: Man braucht keine großen Bargeldbeträge bei sich zu tragen und erspart sich damit auch das Geldwechseln. Mit weltweit 1,2 Milliarden Anwendern hat die Visa Card international die größte Verbreitung. Die MasterCard bringt es auf 580 Mio. Anwender, American Express auf 57,3 Mio. und Diners Club auf 7,7 Millionen Anwender. In Österreich liegen MasterCard (960.000) und Visa (930.000) fast Kopf an Kopf. Bei Diners sind 170.000 Karten registriert (keine Angaben von American Express). (APA)