Wien - 60.000 Euro Gesamtpreis für eine seltene silberne Jugendstilbrosche - ein äußerst gutes Ergebnis. Das fünf mal fünf Zentimeter kleine Hoffmann-Stück ging nach England. 57 Prozent der Lose oder netto 436.000 Euro konnte das Dorotheum in der Vorwoche bei seiner Jugendstilauktion abgeben. Expertin Julia Blaha freut sich über die überdurchschnittlich hohen Verkäufe von Möbeln und Wiener-Werkstätte-Objekten. Bei französischem Glas sei der Markt schon seit einiger Zeit sehr selektiv gewesen, konstatiert Blaha, so auch diesmal.

Gemälde österreichischer Stimmungsimpressionisten wurden - wie so oft - bei der Auktion "Ölgemälde und Aquarelle des 19. Jahrhunderts" am höchsten beboten: Auf 48.000 Euro kam Tina Blaus in die USA auswandernde duftige Pappelallee in Niederösterreich. Die Gebote für Robert Russ' Mühle im Sonnenlicht kletterten auf 41.500 Euro. Mit einer 43-prozentigen Verkaufsquote kam das Haus auf einen Nettoumsatz von 949.000 Euro.

Insgesamt setzte das Dorotheum in seiner "Auktionswoche" 4,6 Millionen Euro (brutto) um. Offenbar ein - wenn auch passables, aber im Bereich klassische Moderne/ zeitgenössische Kunst hinter den Erwartungen liegendes - Ergebnis, das der allgemeinen suboptimalen Wirtschaftslage entspricht. (dok/DER STANDARD, Printausgabe, 28.05.2003)