Jerusalem - Der israelische Premierminister und Chef des Likud, Ariel Sharon, hat im Parlament seine Entscheidung zur prinzipiellen Annahme der "Roadmap", des neuen Friedensplanes für Nahost, verteidigt und dabei erstmals den Begriff "Besatzung" im Zusammenhang mit den Palästinensergebieten im Westjordanland und im Gazastreifen gebraucht. "Ich glaube, die Vorstellung, 3,5 Millionen Palästinenser unter Besatzung zu halten, ist das Schlechteste für Israel, die Palästinenser und die Wirtschaft", sagte Sharon Montagnacht vor den Abgeordneten. "Ich möchte deutlich sagen, dass ich zu dem Schluss gekommen bin, dass wir ein (Friedens-)Abkommen erreichen müssen."

Bush zu Nahostgipfel am 4. Juni

Die israelische Regierung präsentierte Washington allerdings 14 Einwände gegen die "Roadmap", die unter anderem einen Stopp der Gewalt durch palästinensische Extremisten und die Errichtung eines unabhängigen Staates bis 2005 vorsieht. Aus "Termingründen" verschoben Sharon und der palästinensische Premier Mahmud Abbas indes ein für Mittwoch vorgesehenes Treffen. US-Präsident George W. Bush reist offenbar nun am 4. Juni zu einem Gipfeltreffen mit arabischen Staatschefs auf die Sinai-Halbinsel. Einen Tag später werde Bush mit Sharon und Abbas zusammenkommen, meldete die ägyptische Nachrichtenagentur Mena. (red, Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe vom 28./29.5.2003)