"Prix Ars Electronica Collide@CERN" - das Samstagnachmittag in Linz präsentierte Artists-in-Residence-Programm des noch bis 6. September dauernden Linzer Medienkunstfestivals Ars Electronica und der europäischen Organisation für Kernforschung, CERN, lässt Wissenschaft und Kunst, aber auch die beiden Institutionen, ein großes Stück weiter zusammenwachsen. Drei Monate verbringt der Gewinner des mit 10.000 Euro dotierten Preises im CERN in Genf und im futurelab in Linz, berichteten CERN-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer, die Kulturbeauftragte Ariane Koek, Ars-Electronica-Leiter Gerfried Stocker und Futurelab-Chef Horst Hörtner bei einer Pressekonferenz.

Drei Jahre

Das vorerst auf drei Jahre angelegte Projekt sei außergewöhnlich, ein dreifacher Austausch und soll wegführen vom Schubladendenken, so Koek. Die Ars bezeichnete sie als perfekten Partner für die Zusammenarbeit. "Wir haben ein paar Wissenschafter, die dazu bereit sind", so Heuer, denn ein Forscher soll Mentor des ausgewählten Künstlers sein. Stocker sprach von einem speziellen Moment, der großen Einfluss auf Kunst und Wissenschaft habe. Beides seien kreative Bereiche in der Gesellschaft, die Unsichtbares sichtbar machen würden, fand Heuer Gemeinsamkeiten.

Bewerbung bis 31. Oktober

Das Projekt wird von zwei Sponsoren finanziert, die nicht genannt werden möchten, den Preis stellt die Ars Electronica zur Verfügung. Ab 15. September bis 31. Oktober können sich Künstler aus dem Bereich digital arts bewerben. Dann wählt eine Jury aus je zwei Vertretern von CERN und Ars Electronica sowie einem Experten den Sieger aus, erklärte Hörtner den Modus.

Eine Woche am CERN

Der Gewinner verbringt im Jänner eine Woche im CERN, um sich mit den Gegebenheiten vertraut zu machen. Ab März arbeitet er dann zwei Monate, unterstützt von seinem Mentor, in Genf und setzt anschließend die Ideen im Ars Electronica Futurelab in Linz um. Das Ergebnis des Programmes wird im "Globe of Science and Innovation" im CERN und beim Ars Electronica Festival 2012 präsentiert.

Außerdem bekam Heuer stellvertretend für CERN von der Ars Electronica einen Award für die Erfindung des "World Wide Web" überreicht, der in Dan Browns Roman "Illuminati" erwähnt wird. Das Internet wurde tatsächlich 1989 von Tim Berners-Lee im CERN erfunden. Die Ars Electronica habe damit die Geschichte richtig stellen wollen, so Hörtner zu der humorigen Einlage.

Erforschung des Urknalls

Das heurige Ars Electronica Festival "Origin - wie alles beginnt" steht im Zeichen der Kooperation mit CERN, die durch die Ausstellung "Origin - Die Erforschung des Urknalls" sowie hochkarätig besetzte Symposien sichtbar wird. Am Montag zeigt ORF2 um 0.00 Uhr die Festival-Reportage "Vom CERN der Dinge".(APA)