St. Pölten - Die Wirtschaftskammer NÖ (WKNÖ) hat am Montag scharf auf Aussagen der Arbeiterkammer NÖ (AKNÖ) reagiert, die davon gesprochen hatte, dass Kündigungen im Krankenstand "zu einer ernsten Bedrohung für die Beschäftigten geworden" seien (derStandard.at berichtete). WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl wies dies als "unverantwortliche Panikmache ohne seriösen Hintergrund" zurück. Genannte Zahlen seien "nicht durch Daten der Gebietskrankenkasse gedeckt".

Die AKNÖ hatte am Sonntag unter Hinweis auf Beratungsgespräche in ihren 21 Bezirksstellen berichtet, dass seit Jahresbeginn 1.300 niederösterreichische Arbeitnehmer ihren Job verloren hätten, weil sie krank geworden seien. Präsident Hermann Haneder kritisierte außerdem, dass "viele Arbeitgeber die Gesetze zur Lohnfortzahlung in zunehmendem Ausmaß missachten".

"Arbeitgeber erspart sich nichts"

Zwazl sprach in einer Aussendung von "Attacken der AKNÖ", denen "Fakten entgegenzuhalten" seien: Die behaupteten 1.300 Kündigungen aus Krankheitsgründen seien "in keiner Weise nachvollziehbar". Werde ein Arbeitnehmer im Krankenstand gekündigt, laufe der Entgeltfortzahlungsanspruch "so lange weiter, bis er gesetzlich ausgeschöpft ist". Der Arbeitgeber erspare sich also nichts. Lediglich bei einer einvernehmlichen Auflösung des Dienstverhältnisses entfalle die Entgeltfortzahlungsverpflichtung.

Die WKNÖ-Präsidentin wies außerdem darauf hin, dass es für kleine und mittlere Betriebe bei längeren Krankenständen - ab dem 11. Tag - einen Zuschuss von 50 Prozent des fortgezahlten Entgelts durch die AUVA gebe, der sich "bewährt" habe. "Eine Wiedereinführung des Entgeltfortzahlungsfonds ist für uns kein Thema", so Zwazl. Haneder hatte am Sonntag angekündigt, diesbezügliche Gespräche mit der Wirtschaftskammer aufnehmen zu wollen. (APA)