Frankfurt - Die vor allem aus China importierten seltenen Erden machen nicht nur die Energiesparlampen, sondern auch Haushaltsgeräte teurer. Europas größter Hersteller von Haushaltsgeräten, die Bosch Siemens Hausgeräte GmbH, schließe Preiserhöhungen noch in diesem Jahr nicht mehr aus, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" am Dienstag. Ursache seien Preissteigerungen bei Stahl und Edelstahl sowie bei bei den seltenen Erden.

Das Unternehmen setze aber "alles daran", diese Kostensteigerungen nicht eins zu eins über die Produktpreise weiterzugeben, sagte eine Unternehmenssprecherin der Zeitung. Seltene Erden werden laut Bericht bei der Emaillierung von Herden benötigt.

Die Siemens-Tochter Osram hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass sie die Preise für Energiesparlampen um bis zu 25 Prozent erhöht. Die seltenen Erden haben sich nach Angaben des Unternehmens in den vergangenen zwölf Monaten teilweise um bis zu 1.000 Prozent verteuert. Sie werden demnach für die Herstellung von Leuchtstofflampen zwingend benötigt.

China liefert derzeit mehr als 95 Prozent der seltenen Erden für den Weltmarkt. Die Volksrepublik hat die Ausfuhr zuletzt aber eingeschränkt und mehrere Minen unter staatliche Kontrolle gebracht. Westliche Industrieländer wie Deutschland, die USA und Japan werfen China vor, das Angebot künstlich zu verknappen. 

EU-Parlament will europäischen Rohstoffplan

Vor dem Hintergrund zunehmender Spekulation und eingeschränkten Ressourcen bei seltenen High-Tech-Metallen will das Europäische Parlament eine gemeinsame europäische Rohstoffpolitik vorantreiben. In einem Bericht, über das es kommende Woche in Straßburg abstimmt, fordert das Parlament die EU-Kommission aufgefordert, einen langfristigen "EU-Fahrplan für Rohstoffe bis 2050" aufzustellen. (APA)