Haydn & Die Neue Welt lautet das Motto der am 8. September beginnenden 23. Haydntage, Festivalchef Walter Reicher und sein Team "erspüren die wechselseitigen Beziehungen" der beiden Mottohälften und haben sich zu diesem Behufe auf eine Expedition aufgemacht, welche das Haydn-affine Publikum bis in die Karibik, ja bis nach Südamerika führen wird.

Ziemlich zu Beginn der Festivals erschafft Haydn erst einmal in klingender Weise die Welt (Die Schöpfung), Trevor Pinnock und das Orchestra of the Age of Enlightenment werden hierbei die Sonne aufgehen lassen. Einige Tage später sucht die Akkordeonistin Viviane Chassot Korrespondenzen zwischen den Werken Haydns und dem Tango (16. 9.), und das Ensemble Le Stagione Frankfurt lässt Haydn auf Brasilianisches treffen (ebenfalls 16. 9.). Ein Symposium wird erklären, auf welchen Wegen Haydn & Die Neue Welt denn jetzt wirklich Beeinflussungen nachzuweisen sind (13.-15. 9.)

Das solistische Highlight der Haydntage wird wahrscheinlich Sol Gabetta sein. Die charismatische Cellistin gibt Haydns in Cellistenkreisen gefürchtetes Cellokonzert (13. 9.). Selbiges Werk ist zwei Tage davor mit Giovanni Sollima zu erleben (11. 9.).

Die Österreichisch-Ungarische Haydn Philharmonie stellt natürlich wieder das Rückgrat der Haydntage dar; unter der Leitung Adam Fischers wird sie u. a. das Finale der Festtage bestreiten (18. 9.) Am Sonntag kann man zum Leopoldinentempel im Schlosspark pilgern; bei freiem Eintritt unterhält dort das Ensemble Brassissimo Vienna mit Musiken von Haydn, aber auch von Leonard Bernstein bis Louis Armstrong (11. 9.). (end, DER STANDARD - Printausgabe, 7. September 2011)