Wellington - Wer nach Australien und Neuseeland fliegt, kennt die "Declare it or dump it!"-Parole am Flughafen, nach der nahezu alles organische Material entweder in einen Container geworfen oder dem Zoll zur Inspektion vorgelegt werden muss und eventuell in Quarantäne kommt. Die Geldstrafen, sollte man dieser Aufforderung nicht Folge leisten, sind enorm, und im Kampf gegen potenzielle Bioinvasoren geht "Clean Green New Zealand" durchaus auch einen Schritt weiter, wie ein Bürger des Landes nun am eigenen Leib erfahren musste.

Der 38-jährige Mann hatte daheim illegal einen Python gehalten und muss deshalb nun vier Monate ins Gefängnis. Er bekannte sich vor Gericht schuldig, wie das Agrarministerium am Mittwoch in Wellington berichtete. Der etwa einjährige Rautenpython (Morelia spilota) stammte aller Wahrscheinlichkeit nach aus Australien. Er wurde im März bei dem Mann entdeckt und kurz danach eingeschläfert.

Der Hintergrund: Neuseeland gehört zu den wenigen Regionen der Welt, in denen es keine Schlangen gibt, und die Regierung achtet streng darauf, dass das so bleibt, um die heimische Artenvielfalt nicht zu gefährden. Richter Russell Callander vom Distriktgericht in Palmerston North verhängte die strenge Strafe am Dienstag nach Angaben des Ministeriums auch zur Abschreckung gegen Schlangenschmuggler. (red/APA)