Rom – Im Berufungsprozess gegen die wegen Mordes verurteilte Amerikanerin Amanda Knox hat das Gericht in Perugia die Forderung der Staatsanwaltschaft nach einem neuen rechtsmedizinischen Gutachten abgelehnt. Untersuchungsobjekt wäre das Messer gewesen, mit dem die britische Austauschstudentin Meredith Kercher getötet worden ist.

Die polizeiliche Spurensicherung und die Beweise, die von Staatsanwaltschaft und Verteidigung vorgelegt wurden, reichten aus, damit könne sich das Gericht eine Meinung zu dem Fall bilden, lautete die Begründung für die Ablehnung. Auch die Verteidigung der angeklagten Knox und ihres Ex-Freundes Raffaele Sollecito hatte sich gegen ein neues Gutachten gewehrt.

Hofft auf Freispruch

Die junge Amerikanerin, die erstinstanzlich zu 26 Jahren Haft verurteilt worden war, hofft auf einen Freispruch. Gutachter der Verteidigung hatten zuvor erklärt, die DNA-Spuren seien so ungenau, dass die genetischen Profile unterschiedlicher Personen zu finden seien. Die Spuren hatten italienischen Medienberichten zufolge zu den wichtigsten Beweisen der Anklage gehört.

Am 23. September wird Staatsanwältin Manuela Comodi ihre Strafforderungen nennen, danach sind die Plädoyers der Verteidigung vorgesehen. Mit einem Urteil ist voraussichtlich im Oktober zu rechnen.

Die 21-jährige Meredith Kercher war am 2. November 2007 mit durchschnittener Kehle, vergewaltigt und von 40 Messerstichen übersät in einer Wohnung in Perugia aufgefunden worden. Knox und Sollecito waren vor zwei Jahren für den Mord an der Britin zu 26 und 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. (APA)