Athen - Die Wirtschaftsleistung Griechenlands ist im zweiten Quartal drastisch eingebrochen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sackte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 7,3 Prozent ab, wie das griechische Statistikamt am Donnerstag mitteilte. Damit fiel der Rückgang des BIP höher aus als erwartet. Die Statistiker hatten ihn bisher auf 6,9 Prozent geschätzt. Sie revidierten zudem ihre Zahl für das ersten Quartal nach unten. Demnach schrumpften die griechische Wirtschaft im Zeitraum von Jänner bis März im Vorjahresvergleich um 8,1 Prozent.

Die griechische Regierung warnte vor kurzem, die Wirtschaft des Landes werde in diesem Jahr um fünf Prozent schrumpfen - zuvor war sie noch von 3,5 Prozent ausgegangen. Der von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds auferlegte strenge Sparkurs verschärfe den Abschwung noch.

Die Arbeitslosigkeit ist im Juni leicht auf 16 Prozent zurückgegangen und liegt damit nicht mehr auf einem Rekordhoch. Als Grund für die Entwicklung nannte die Statistikbehörde in Athen am Donnerstag den Tourismus. Im Mai hatte die Quote noch bei 16,6 Prozent gelegen. Eine Zunahme der Beschäftigung in der Tourismus-Branche habe den Stellenabbau in der gesamten Wirtschaft mehr als kompensieren können. Auf Jahresbasis stieg die Quote allerdings beträchtlich von 11,6 Prozent im Juni 2010. Die Arbeitslosenquote wird in Griechenland nicht saisonbereinigt angegeben. (APA)