Ljubljana - Der slowenische Ministerpräsident Borut Pahor hat die Kandidatenliste für eine durch die Koalitionsturbulenzen notwendig gewordene Regierungsumbildung festgelegt und sie am Donnerstag dem Parlament vorgelegt. Die Bestätigung von fünf neuen Ministern wird der Premier mit einer Vertrauensfrage verknüpfen. Die Abstimmung über das Schicksal der Minderheitsregierung wird voraussichtlich am 20. September stattfinden. Der Ausgang des Votums ist völlig offen.

Bei den Kandidaten müsste der Premier auf die loyalsten Anhänger der beiden Regierungsparteien, der Sozialdemokraten (SD) und Liberaldemokraten (LDS), zurückgreifen. Angesichts des kurzen Ablaufdatums der krisengeschüttelten Regierung, die bestenfalls noch ein Jahr im Amt bleiben wird, sind nämlich die Ministerposten wenig begehrt. Neu zu besetzen sind die Ministerien für Inneres, Wirtschaft, öffentliche Verwaltung, Kultur und Wissenschaft.

Der frühere LDS-Abgeordnete (1992-2000) Branko Janc soll den Posten des Innenministers übernehmen. Sein Parteikollege Tomaz Oresic, ein Energieexperte und Direktor für West- und Zentraleuropa bei der internationalen Energiegesellschaft EFT Group, ist Kandidat für den neuen Wirtschaftsminister. Der SD-Abgeordnete Samo Bevk soll neuer Kulturminister werden, die pensionierte frühere Stellvertreterin des Rechnungshofspräsidenten, Zdenka Vidovic, soll das Verwaltungsressort übernehmen. Die Leiterin des Nationalen Biologieinstituts, Tamara Lah Turnsek, ist Kandidatin für die neue Wissenschaftsministerin.

Die Bestätigung der neuen Minister im Parlament ist völlig ungewiss. Durch die Verknüpfung ihrer Bestellung mit der Vertrauensfrage, wird eigentlich über das Schicksal des Ministerpräsidenten abgestimmt. Übersteht Pahor die Vertrauensabstimmung, wird seine Minderheitsregierung ihre Amtszeit beenden. Der Regierungschef hält an seiner Reformpolitik fest und kündigt eine eiserne Finanzdisziplin und Reformen am Arbeitsmarkt an. "Ich kämpfe nicht um die Macht, sondern um Reformen", betont Pahor. Verliert er die Vertrauensfrage, dann öffnet sich der Weg für vorgezogene Neuwahlen, die frühestens im Dezember stattfinden könnten. Die reguläre Parlamentswahl ist für Herbst 2012 geplant. (APA)