Santiago de Chile - Der eben erst begonnene Dialog zwischen Regierung und Studenten in Chile ist abgebrochen worden. Die Studentenbewegung lehnte es am Donnerstag ab, unter den Bedingungen der Regierung über eine Reform des Erziehungssystems zu verhandeln. Der dreimonatige Streik an Schulen und Universitäten sowie die Protestmärsche sollen fortgeführt werden, beschlossen Studentenversammlungen in mehreren Städten.

"Man lädt uns ein, in ein Schwimmbecken ohne Wasser zu springen", sagte die Studentenführerin Camila Vallejo. Präsident Sebastián Piñera bedauerte den Abbruch des Dialogs. "Ich muss ehrlich sagen, das ist nicht der richtige Weg, der Dialog muss auf gutem Willen basieren", erklärte der konservative Staatschef.

Die Studenten fordern als Ausgangspunkt, dass mindestens 60 Prozent der ärmeren Studenten Stipendien zugesichert bekommen und der Etat der Universitäten aufgestockt wird. Die Regierung ist bereit, bis zu 40 Prozent der armen Studenten zu unterstützen und weigert sich, Schulen und Universitäten zu verbieten, als gewinnstrebende Unternehmen zu arbeiten. (APA)