Wien (APA) - Der Lobbyist Alfons Mensdorff-Pouilly weist jeden Verdacht auf Bestechung von sich. Das sei "ein völlig haltloser Vorwurf. Dafür wäre ich schon viel zu egoistisch. Ich teile nicht, außer mit dem Staat", zitiert ihn die Zeitung "Österreich". Er könne bei den Vorwürfen gegen ihn "jeden einzelnen Punkt widerlegen, da ist nirgends etwas schief". Gleichgültig lässt ihn die Kritik aber nicht: "Lustig ist das nicht. Wirklich nicht. Wenn die Medien einen dauernd als Oberschwein hinstellen und versuchen, die Justiz auf diese Weise zu beeinflussen. "

Mensdorff-Pouilly wird derzeit im Zusammenhang mit zahlreichen fragwürdigen Geschäften genannt. So geht es etwa um seine Rolle bei Geschäften der Telekom Austria, der OMV, von Motorola, und der Beschaffung der Eurofighter. Aus Sicht von Mensdorff-Pouilly werden nur "einfach irgendwelche Dinge behauptet, ohne Grundlage". Die Medien würden mehr Politik machen als die Politiker. "Aber wenn man weiß, dass man nix angestellt hat, kann man locker zu allem stehen."

"Nirgends etwas schief"

Er könne jeden einzelnen Punkt widerlegen, "da ist nirgends etwas schief". Für den Ehemann der früheren ÖVP-Generalsekretärin Maria Rauch-Kallat ist es auch klar, dass er gut verdient hat: "Ihr habt zum Beispiel geschrieben, ich hätte 20 Millionen verdient. Na, das will ich doch wohl hoffen, dass ich in meinem Berufsleben mindestens so viel verdient habe. Die Hälfte davon hat das Finanzministerium als Steuern gekriegt", sagte er zu "Österreich".

Geldflüsse ohne Gegenleistung schließt Mensdorff-Pouilly aus. Wenn ihm jemand eine Million dafür bieten würde, sich mit ihm eine Stunde zu unterhalten, "würde ich mir vielleicht denken: Schön blöd ist der, aber ich würd's machen. Würden Sie doch auch. Strafbar wäre nur, wenn ich dann einen Teil dieses Geldes verwenden würde, um jemanden zu bestechen". Und letzteres weise er entschieden zurück.

Auch die Kritik an Markus Beyrer, der auf seine Einladung an einer Jagd teilgenommen hat, versteht Mensdorff-Pouilly nicht. Damals war Beyrer Generalsekretär der Industriellenvereinigung und sei "als Freund" eingeladen gewesen, "nur zum Jagen. Na und? Hätte ich sagen sollen: Weg mit dir, vielleicht wirst du mal Telekom-Aufsichtsrat? Das ist doch alles lächerlich". Nach diesem Maßstab dürfe er auch nicht mehr den Pfarrer aus seinem Dorf einladen, weil der vielleicht einmal Papst werden könnte.

Vom Staatsanwalt sei er noch nicht befragt worden, aber "ich werde dort wohl die Gelegenheit bekommen, alle Vorwürfe zu widerlegen". Nebenbei kann Mensdorff-Pouilly auch einer Reichensteuer etwas abgewinnen: "Wenn sie zweckgebunden wäre, etwa für die Bildung der Jugend, würde sich dem wohl kaum jemand verschließen".(APA)