Lissabon/Teheran - Irans Präsident Mahmoud Ahmadinejad hat sich im Syrien-Konflikt für Verhandlungen zwischen Präsident Bashar al-Assad und der Opposition ausgesprochen. "Ja, natürlich, ich bin für Dialog", sagte Ahmadinejad in einem Interview des portugiesischen Fernsehsenders RTP.

Er sprach sich energisch gegen eine militärische Intervention aus. Außerdem kritisierte er das Vorgehen des Westens in Libyen scharf. "Libyen wird immer noch bombardiert. Auf wen werden diese Bomben geworfen? Die westlichen Ländern (...) wollen im Grunde die Ölfelder beherrschen und ihre eigenen wirtschaftlichen Probleme lösen", sagte er.

Im dem etwa halbstündigen Interview aus Teheran, das in der Nacht zum Donnerstag geführt wurde, schloss Ahmadinejad einen Aufstand der Iraner gegen sein Regime nach dem Muster des "arabischen Frühlings" aus. "85 Prozent haben bei uns an den letzten Wahlen teilgenommen (...) Iran ist das demokratischste Land der Welt", beteuerte er. Es gebe im Iran Meinungs- und Pressefreiheit, die Medien attackierten und beleidigten die Regierung, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.

Mit Blick auf Israel sagte der iranische Präsident, Teheran werde nichts unternehmen müssen, um das Ende des israelischen Staates herbeizuführen. "Die Ära des Zionismus ist zu Ende, deshalb müssen wir nichts unternehmen", erklärte er. (APA)