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Rebell im Öl- und Gasterminal Mellitah, 80 Kilometer westlich von Tripolis. 

Foto: Reuters/Zohra Bensemra

Wien - Der börsenotierte österreichische Mineralölkonzern OMV streckt seine Fühler in Richtung Libyen aus, wo das Unternehmen vor dem Bürgerkrieg täglich 33.000 Fass Öl produziert hat, was 10 Prozent seiner Gesamtproduktion ausmachte. "Wir sprechen direkt mit dem Übergangsrat in Libyen", sagte OMV-Sprecher Sven Pusswald am Freitag. Er bestätigte auf Anfrage, dass die OMV eine erste Lieferungen von 30.000 Tonnen Diesel an Libyen organisiert habe, um dort unter anderen die Wasser- und Stromversorgung zu unterstützen. Die Ankunft in Libyen wird für das Wochenende erwartet. Pusswald zufolge gibt es Signale, dass die OMV-Verträge in dem vom Krieg gebeutelten Land Bestand haben werden.

Dennoch bleibt die OMV bei ihrer Einschätzung, dass eine Rückkehr nach Libyen noch "mehrere Monate" dauern dürfte. Die OMV will ihr Personal wieder ins Land schicken, sobald dies die Sicherheitslage erlaube, sagte der OMV-Sprecher. Man sei aber auch mit dem lokalen Team und den internationalen Joint-Venture-Partnern in Kontakt. Das Ausmaß der Schäden der OMV-Feldern ist Pusswald zufolge nicht bekannt, außerdem müsse noch der Zustand der Infrastruktur vor Ort geprüft werden wie etwa die Pipelines und Hafenanlagen.

Die OMV ist in Libyen an acht Ölfeldern beteiligt, bei einem ist sie Betriebsführer. Seit März 2011 steht die Produktion still, was für den Rest des Jahres so bleiben dürfte. (APA)