Die Gewinner des "Oskars" für Jugendtheater 2011 im Wiener Burgtheater stammen aus dem zweisprachigen St. Johann / Šent Janž in Südkärnten. "Die Gruppe hat mit Intelligenz, Innovation, Temperament und Spielfreude gezeigt, dass der Umgang mit Minderheiten kein regionales Problem ist. Jeder kann zur gefährdeten Minorität werden, wenn die übermächtige Mehrheit es so will" , hieß es in der Begründung der fünfköpfigen Jury.

Inszeniert und geschrieben hat das Stück JACK ali (Schälchen Kaffee) die aus Slowenien stammende Regisseurin und Choreografin Alenka Hain. Nach ihrem Tanzstudium in Amsterdam holte sie das Tanztheater Ikarus unter Zdravko Haderlap nach Kärnten, wo sie seither als Regisseurin mit Jugendlichen aus der Volksgruppe der Kärntner Slowenen auf der Bühne arbeitet. Die fünf Schauspieler um die zwanzig vom Teater Sentjanz, die auch in Slowenien für JACK ali mit Theaterpreisen bedacht wurden, spielen schon seit 15 Jahren im örtlichen slowenischen Kulturverein. Zuerst sei es vor allem darum gegangen, den Kindern zu zeigen, dass man auch mit der Minderheitensprache beklatscht werden kann, meint der langjährige Motor der Gruppe Martin Moschitz. In der Zwischenzeit stehe jedoch die Intention, Kultur zu schaffen, welche die Grenzen des Spracherhaltes sprengt, im Vordergrund.

Und so lässt JACK ali auch niemanden kalt. Thematisiert wird der Ausverkauf von Welt und Sprachen, die auch vor hiesigen Muttersprachen keinen Halt macht. Heute sieht man das Stück im K&K Zentrum, einem Hotspot in der grenzüberschreitenden Kulturszene. (szg, DER STANDARD - Printausgabe, 10./11. September 2011)