Santiago de Chile - Die exhumierten Überreste des 1973 bei einem Militärputsch gestorbenen chilenischen Präsidenten Salvador Allende sind im kleinen Kreis beigesetzt worden. Wie die Familie Allende am Freitag mitteilte, wurden sie am Donnerstag von der Gerichtsmedizin zum Familiengrab in Santiago gebracht. Ursprünglich war eine öffentliche Beisetzungszeremonie am 4. September vorgesehen - dem Tag, an dem der Sozialist Allende 1970 zum Staatschef gewählt worden war. Doch nach dem Absturz eines chilenischen Militärflugzeuges im Pazifik mit 21 Toten am 2. September hatte die Allende-Familie aus Respekt für die Opfer davon Abstand genommen.

Nach der im Mai begonnenen Autopsie waren Gerichtsmediziner zu dem Schluss gekommen, dass der 65-jährige Allende sich am 11. September 1973, dem Tag des Militärputschs von General Augusto Pinochet, selbst erschoss und nicht - wie von manchen behauptet - getötet wurde. Nach Allendes Tod während eines Angriffs auf den Präsidentenpalast errichtete Pinochet eine Militärdiktatur, die erst im Jahr 1990 endete. In dieser Zeit wurden etwa 3100 Menschen getötet oder sind seitdem vermisst. Pinochet starb im Jahr 2006 im Alter von 91 Jahren, ohne je verurteilt worden zu sein. (APA)