Eriwan - Die Proteste in Armenien halten an. In der Hauptstadt Eriwan demonstrierten am Freitag rund 6000 Menschen und forderten vorgezogene Parlaments- und Präsidentschaftswahlen. "Wir werden die Demonstrationen verstärken", sagte der ehemalige armenische Präsident Levon Ter-Petrossian, der bei den Wahlen 2008 nicht wiedergewählt wurde, vor der Menschenmenge. Als eine "revolutionäre Situation" bezeichnete der Chefredakteur der oppositionellen Zeitung Nikol Pachinian die Lage in Armenien.

Nach andauernden Protesten in den vergangenen Monaten hatte Präsident Sersch (Serzh) Sarkissian (Sarksjan) Kontakt zur Opposition aufgenommen und ihr eine Zusammenarbeit angeboten. Nach der Festnahme eines Oppositionellen im August sind die Verhandlungen jedoch ausgesetzt worden. Die nächsten Parlamentswahlen in Armenien sind für 2012 geplant. Ein Jahr später soll ein neues Staatsoberhaupt gewählt werden. (APA)