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Der neuerdings stromlinienförmige Herr Schweinsteiger gibt für Tormaschine Gomez den Träger.

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München - Bayern München hat am 5. Spieltag der deutschen Fußball-Bundesliga mit einem 7:0 (3:0) gegen den SC Freiburg die Tabellenführung übernommen und Bayer Leverkusen von der Spitze verdrängt, das am Freitag 4:1 (2:1) bei Aufsteiger FC Augsburg gewonnen hatte. Bei einer eindrucksvollen Vorstellung der Münchner ragte am Samstag Vierfach-Torschütze Mario Gomez noch heraus.

Der 26-Jährige hält nach fünf Runden bei acht Toren, das war vor ihm schon den Müllers gelungen, Gerd für die Bayern 1968 sowie Dieter für Köln 1977. Und 1967 schoss ein gewisser Peter Meyer für Mönchengladbach innert fünf Runden gar neun Tore.

Meister Borussia Dortmund, der 1:2 gegen Aufsteiger Hertha BSC Berlin unterlag, lieferte dagegen eine misslungene Generalprobe für den Start der Champions-League-Gruppenphase in der kommenden Woche ab. Auch Europa-League-Teilnehmer Hannover 96 kassierte vor dem ersten Spieltag der Gruppenphase mit 0:3 (0:1) beim VfB Stuttgart eine bittere Niederlage. Zudem unterlag der FSV Mainz gegen 1899 Hoffenheim 0:4 (0:2), maßgeblichen Anteil daran hatte Ryan Babel mit zwei Treffern.

Punktegleich hinter München belegt Bremen den zweiten Platz, Gladbach folgt nach einem 1:0 (1:0) gegen den 1. FC Kaiserslautern als Dritter. Juan Arango (58.) sicherte dem Fast-Absteiger der vergangenen Saison den dritten Sieg.

Werder setzte sich im 95. Nordderby gegen den HSV 2:0 (0:0) durch und verschärfte die Krise beim Erzrivalen weiter. Der umstrittene Trainer Michael Oenning gerät beim Tabellenschlusslicht immer mehr in die Schusslinie. Bremen dagegen feierte seinen besten Saisonstart seit fünf Jahren, obwohl es im Vorfeld der Spielzeit doch einiges anl Unruhe gegeben hatte.

Für die Entscheidung zugunsten der klar überlegenen Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf sorgte Torjäger Claudio Pizarro, der in der 52. Minute aus kurzer Distanz per Kopfball und in der 78. Minute mit einem fulminanten Schuss erfolgreich war. Dem ersten Tor war eine Unsicherheit des Hamburger Torhüters Jaroslav Drobny vorausgegangen - nicht der erste Patzer des Tschechen in dieser Saison. Sebastian Prödl spielte auf Seiten von Bremen 90 Minuten durch, Marko Arnautovic wurde in der Schlussphase ausgetauscht.

Die Bayern schossen sich gegen ihren Lieblingsgegner aus Freiburg für die erste Champions League-Aufgabe gegen Villarreal warm. Vierfach-Schütze Mario Gomez (8., 52., 55., 71./Foulelfmeter), der glänzend aufgelegte Franck Ribery (26., 41.) und Nils Petersen (90.) bereiteten den Schwarzwäldern die höchste Niederlage ihrer Bundesliga-Historie. Und die Abwehr vor Manuel Neuer scheint unüberwindlich: Ihr letztes Gegentor hatten die Münchner in der ersten Runde gegen Mönchengladbach hinnehmen müssen. Zumindest ein Tor auf dem Spielfeld bejubeln durfte auch David Alaba. Der Österreicher kam in der 72. Minute für Ribery und hätte eine Viertelstunde später fast ebenfalls einen Treffer zum Kantersieg beigetragen.

Präsident Uli Hoeneß federte nach dem Schlusspfiff euphorisiert dem Arena-Ausgang entgegen, hinter ihm folgte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nicht weniger begeistert ob der Gala der Bayern. Man blieb jedoch zurückhaltend: "Es war ein tolles Spiel, aber man tut gut daran, sehr respektvoll mit den Gegnern umzugehen. Wir sollten nicht arrogant und überheblich werden", sagte Rummenigge mit Blick auf Villarreal.

Ribery betonte derweil erneut, wie sehr ihn die Trennung von Louis van Gaal erleichtert habe. "Ich fühle mich gut in dieser Saison, auch mit dem Trainer Jupp Heynckes. Ich hatte dieses Gefühl zwei Jahre lang nicht, war traurig, hatte wenig Spaß. Jetzt ist es besser." Besser - das gilt auch für die Bayern-Defensive. "Was sich extrem geändert hat, ist, dass alle Spieler defensiv mitarbeiten und nach Ballverlust sofort auf Balleroberung umschalten", lobte Heynckes.

Während die Münchner also eine Demonstration ihrer Stärke ablieferten, läuft Dortmund der Form aus dem Meisterjahr weiter hinterher. Ohne den gesperrten Jungstar Mario Götze kassierte der BVB gegen die Hertha die erste Heimniederlage seit dem 22. August 2010 (0:2 gegen Leverkusen) und setzte die Generalprobe für den CL-Auftakt gegen Arsenal in den Sand.

Raffael (50.) und Peter Niemeyer (81.) machten die Sensation perfekt, Robert Lewandowski gelang zwei Minuten vor Schluss nur noch Ergebniskosmetik. Der nach seiner Verletzung vorerst zu den Amateuren beorderte Marco Djuricin stand bei der Hertha nicht im Aufgebot.

Die Erfolgsserie von Hannover ging in Stuttgart zu Ende. Shinji Okazaki (9.) nach Vorarbeit von Martin Harnik, Zdravko Kuzmanovic (79.) und Serdar Tasci (86.) trafen für die Schwaben. Aufseiten der 96er spielte vom Österreich-Trio Emanuel Pogatetz durch, Samuel Radlinger saß als zweiter Torhüter auf der Bank. Noch nicht im Kader stand Neuzugang Daniel Royer.

Eine schmerzlich klar ausgefallene Niederlage erlebten auf Mainzer Seite Andreas Ivanschitz (bis 64.) und Julian Baumgartlinger (ab 80.) mit. Der zuletzt verletzte Martin Stranzl verfolgte Mönchengladbachs Heimerfolg gegen Kaiserslautern nur von der Bank aus. Die Lauterer (Walch ab 67.) bleiben damit auch nach dem fünften Saisonspiel sieglos. (APA/sid/red)