Trotz strengster Geheimhaltung sickerten Fotos vom iPad schon vor der Ankündigung durch.

Foto: Engadget

Es ist bekannt, dass Apple vielleicht mehr denn jedes andere IT-Unternehmen Wert auf Geheimhaltung legt. Vorab-Informationen zu kommenden Produkten gibt es so gut wie keine und sollte dennoch einmal etwas durchsickern, geht der Konzern mit eiserner Hand vor. Man erinnere sich nur an die iPhone 4-Affäre. 

Schwierige Zusammenarbeit

Business Insider will nun von einem App-Entwickler erfahren haben, auf welche Weise Partnerschaften von dem kalifornischen Hersteller gehandhabt werden. Der nicht namentlich genannte Entwickler soll an der Umsetzung einer "sehr erfolgreichen" iPad-App beteiligt gewesen sein. Dabei sei es kein Leichtes gewesen, vor der Ankündigung des iPads 2010 ein Gerät für die Entwicklung zu erhalten. Was an sich schon merkwürdig anmutet - so sind Plattformhersteller in der Regel daran interessiert, recht rasch Software-Entwickler für sich zu gewinnen - sei nur der Anfang einer Reihe kurioser Umgangsformen.

Apples Bedingungen

Er sei vielleicht der sechste Entwickler gewesen, der ein iPad erhalten hatte. Bevor die zwei Geräte allerdings persönlich von Apple-Mitarbeitern ausgeflogen wurden, stellte Apple eine Liste von Forderungen. So mussten die App-Entwickler sicherstellen, dass die iPads nur in einem Raum ohne Fenster verwendet werden. Die Geräte wurden von Apple-Mitarbeitern per Fahrradschlössern an den Tisch in der Mitte des Raumes montiert. Um das Design bis zum Schluss geheimhalten zu können, wurde ein massiver Rahmen um die Geräte montiert. Die Schnittstelle wurde zur Programmierung freigehalten.

Kein Wort zu niemandem

Damit kein Wort nach außen dringen konnte, wurde von Apple nicht nur das Türschloss ausgewechselt, sondern auch verlangt, dass niemand außer den beteiligten App-Entwicklern von den iPads erfahre. Ein Apple-Mitarbeiter nahm von den Entwicklern die Daten inklusive Sozialversicherungsnummer auf und fotografierte die Maserung des Holztisches. Wäre ein Foto der iPads an die Öffentlichkeit gelangt, hätte man an der Maserung des Tisches die Quelle zurückverfolgen können. "Es war mir nicht erlaubt, irgendjemandem auch nur irgendetwas darüber zu erzählen, woran wir arbeiten", so der Entwickler. Dies inkludierte den Chef seiner Firma genauso wie seine eigene Frau. (zw)