Im geplanten Projekt werden die Hotelzimmer im Boden versenkt. Gegner sprechen von "Hobbit-Land".

Rendering: Natur Refugia Obernberger See

Innsbruck - Seit mehr als einem Jahr sorgt ein umstrittenes Hotelprojekt am Obernberger See für Diskussionen. Der Unternehmer Gerhard Stocker will sein Ausflugsgasthaus abreißen und eine Hotelanlage errichten. 14 Wohntanks sollen als Unterkünfte in die Erde eingelassen werden, ein Haupthaus soll die Zentrale der Anlage "Natur Refugia" bilden.

Nun ist ein negatives geologisches Gutachten in den Medien aufgetaucht. Darin soll vor dem Versenken der Wohntanks im Boden gewarnt werden. "Wir selbst haben das Gutachten noch nicht gesehen", erklärt Projektmitbetreiber Clemens Unteregger. Die Landesgeologin Petra Nittel bestätigte zwar das kritische Gutachten, verweist aber auf den Behördenweg. Der zuständige Beamte der Bezirkshauptmannschaft war am Montag nicht erreichbar.

Vor rund einem Jahr sei die Bauverhandlung für das neue Hotelprojekt am Obernberger See ohne Angabe von Gründen geplatzt, sagt Unteregger. Mittlerweile seien sämtliche Unterlagen, die für eine Baubewilligung gefehlt hätten, nachgereicht. Weiter gehe trotzdem nichts.

Der Ort Obernberg hat sich bereits mehrmals für einen Abriss des alten Gasthauses am Obernberger See und einen Neubau für eine Belebung des Tourismus in der Gegend ausgesprochen.

Seit 1935 unter Naturschutz

Gegen die ihrer Meinung nach "kapitale Bausünde" am "Naturjuwel" Obernberger See machen zahlreiche namhafte Architekten, wie etwa Thomas Moser, zusammen mit dem Österreichischen Alpenverein (ÖAV) und den Naturfreunden mobil. Das Projekt passe nicht in die Naturlandschaft, es bestehe aus "Ballermannturm" samt "Hobbit-Land". Der seit 1935 unter Naturschutz stehende Obernberger See ist seit 1984 Teil des Landschaftsschutzgebiets Nößlachjoch-Obernberger See-Tribulaune. (ver, DER STANDARD; Printausgabe, 13.9.2011)