Istanbul/Kairo - Seine Reise wird in der Türkei angekündigt wie die Tournee eines Popstars, doch was Tayyip Erdogan am Ende dieser Woche auf der "Arabischen Frühling" -Tour durch Ägypten, Libyen und Tunesien erreicht haben wird, ist durchaus fraglich.

Die türkische Presse feierte die Ausfahrt des Regierungschefs am Montag als "historisch" und als den Beginn einer "strategischen Zusammenarbeit" mit Ländern, die der Türkei bisher nicht so wichtig erschienen. Mit dem Hinauswurf des israelischen Botschafters vergangene Woche und martialischen Äußerungen gegenüber der Regierung in Jerusalem hat Erdogan sein Ansehen auf der arabischen Straße aber noch einmal erhöht. "Erdogan weiß, was das Volk will. Die arabischen Führer haben nicht diese Eigenschaft" , zitierte das Massenblatt Hürriyet einen Soziologen in Kairo.

Erdogan sollte am Abend in Begleitung von 280 Personen in Kairo landen. Geplant ist die Unterzeichnung einer politischen Rahmenerklärung mit Machthaber Mohamed Hussein Tantawi, die auch die militärische Kooperation einschließt, sowie ein Auftritt vor der Arabischen Liga. Erdogan reist am Mittwoch nach Tunis weiter und wird am Donnerstag in Tripolis erwartet. (mab/DER STANDARD, Printausgabe, 13.9.2011)