Peking - Ein offenbar psychisch kranker Mann hat zwei Kinder und vier Erwachsene mit einem Beil getötet. Der 30-jährige Bauer ging laut Behörden und Medien Mittwoch früh in der Stadt Gongyi in der zentralchinesischen Provinz Henan auf Familien los, die auf dem Weg zu einem Kindergarten waren. Der Angreifer wurde festgenommen.

Die Stadtverwaltung von Gongyi teilte mit, drei Erwachsene und ein Mädchen seien nach dem Axtangriff umgehend gestorben. Ein weiterer Erwachsener und ein weiteres Mädchen seien wenig später im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen erlegen. Die Mädchen seien ein Jahr und vier Jahre alt gewesen. Die Stadtverwaltung erklärte unter Berufung auf Anrainer, dass der Angreifer schon seit längerem psychische Problemen gehabt habe. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua litt er unter Schizophrenie.

Xinhua zitierte einen Augenzeugen des Angriffs. Er sei auf die Straße gerannt, als er Schreie gehört habe, berichtete Cao Jianli demnach. Menschen hätten um Hilfe gerufen. "Wir haben ihn mit Schrubbern abgewehrt und auf die Polizei gewartet."

In der Nähe von Kindergarten

Laut der Website www.dahe.cn handelte es sich bei den erwachsenen Opfern um Eltern, die ihre Kinder in den Kindergarten bringen wollten. Die beiden getöteten Kinder gehörten zum Tongxing-Kindergarten in Gongyi, wie eine Mitarbeiterin der Einrichtung bestätigte.

In China hatte es im vergangenen Jahr eine ganze Serie blutiger Überfälle auf Schulen und Kindergärten gegeben. Zuletzt hatte Ende August eine offenbar psychisch kranke Erzieherin in einem Kindergarten in Shanghai acht Kinder mit einem Teppichmesser verletzt.

Experten zufolge stieg in China in den vergangenen Jahren die Zahl gewalttätiger Ausbrüche generell drastisch an. Viele sehen einen Zusammenhang mit dem rasanten Aufstieg der Volksrepublik zu einer wirtschaftlichen Weltmacht und dem damit verbundenen Stress für die Menschen. Einer Studie aus dem Jahr 2009 zufolge leiden rund 173 Millionen Chinesen an psychischen Störungen, mehr als 90 Prozent sind aber nicht in Behandlung. (APA)