Wien - "Der Posamentenhändler" von Lizl Stein und Georg Koytek (Leykam Verlag) ist der Sieger des zweiten Leo-Perutz-Preises der Stadt Wien für Kriminalliteratur. Die Auszeichnung sei auf "das wohl wienerischste Buch unter den nominierten Bänden" gegangen, sagte Jury-Sprecher Andreas Pittler am Dienstag bei der Verleihung in den Prunkräumen des Hauptverbands des Österreichischen Buchhandels im Wiener Palais Fürstenberg.

"Praktisch auf jeder Seite des Werkes atmet man den Geist der Wienerstadt, spürt die klassische Atmosphäre und wird eingefangen von dem ganz besonderen Flair, das diese Stadt seit jeher auszeichnet. Koytek-Stein halten mit ihrem Roman ein Stück echtes Wien fest und verstehen es perfekt, auf den Spuren des Namensgebers Leo Perutz zu wandeln", so Pittler laut Aussendung.

Bei der Preisverleihung wies der Präsident des Hauptverbandes des Österreichischen Buchhandels, Gerald Schantin, darauf hin, dass Krimis mit einem Umsatzanteil von 8,5 Prozent am Gesamtmarkt "ein entscheidender Wirtschaftsfaktor im heimischen Buchmarkt" seien. Von Jänner bis August 2011 hätten Krimis ihren Umsatz um fast ein Prozent erneut leicht steigern können.

Der von der Kulturabteilung der Stadt Wien und dem Hauptverband gemeinsam gestiftete und nach dem in Prag geborenen, deutschsprachigen Schriftstellers Leo Perutz (1882-1957) benannte Preis ist mit 5.000 Euro dotiert. Mit ihm sollen Krimis ausgezeichnet werden, "deren Qualität und literarischer Anspruch an den namensgebenden österreichischen Literaten erinnern. Darüber hinaus sollen die ausgezeichneten Werke möglichst innovativen Charakter haben und einen Wien-Bezug aufweisen." Im Vorjahr gewann Stefan Slupetzky mit seinem Roman "Lemmings Zorn" den erstmals vergebenen Leo-Perutz-Preis. (APA)